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Das Interview des Monats
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Wir wollen an dieser Stelle jeden Monat* ein Interview mit bekannten Affalterern veröffentlichen, die viele kennen.
Begonnen haben wir im Mai 2009.
Das aktuelle Interview steht immer ganz oben, die älteren Interviews
rutschen nach unten.
*Na gut, sagen wir fast jeden
Monat!
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Interview des Monats
August 2011
diesmal mit Helga Uhlmann

Nach der langen Sommerpause sprechen wir heute endlich mit Helga Uhlmann aus Niederaffalter.
Kennst du Affalter24?
HU Nein, wir haben kein Internet. Meine Söhne haben mich darauf hingewiesen, dass ich bei Interview des Monats mitmachen soll. Ich habe mir erst mal das Interview mit Wolfgang Groß angesehen, damit ich wusste um was es hier überhaupt geht.
Wo bist du aufgewachsen?
HU In Affalter! Ich bin hier 1947 auf die Welt gekommen. Es muss ein sehr heißes Jahr gewesen sein, hat meine Mutti mir immer erzählt. Es gab zwar kurz nach dem Krieg wenig zu Essen, aber trotzdem bin ich groß und stark geworden.
Bist du in Affalter in die Schule gegangen?
HU Ja, acht Jahre lang.
Warst du schon wieder mal dort?
HU Ja! Immer zur Wahl, oder um meine Enkel abzuholen. Früher habe ich immer gesagt „außen Huih innen Pfuih!“, weil die Toiletten immer so gerochen haben. Aber jetzt ist die Schule sehr schön angerichtet.
Ich weiß durch meine Oma ,dass du im Stall in Affalter gearbeitet hast. Hast du diesen Beruf gelernt, oder war das mehr eine Berufung für dich?
HU Ich wollte von klein auf schon immer etwas mit Kälbern zu tun haben. Und ich habe mit Lust und Liebe meine Beruf gelernt und ausgeübt. Ich habe nach der Schule, in Aue an der landwirtschaftlichen Berufsschule meine Ausbildung mit guten Ergebnissen abgeschlossen.
Danach habe ich die Ausbildung zur Rinderzuchtmeisterin gemacht.
Was kannst du uns zu eurem Hof erzählen?
HU Wir hatten schon immer Tiere auf unserem Hof. Es war immer von jedem etwas da. Schon unser Großvater und unser Vater hatten hier Ihre Landwirtschaft. Es ist einer der ältesten Gehöfte in Affalter.
Mein Vater hat sich sehr gefreut als mein Mann und ich gesagt haben: „Wir packen das an!“. Eigentlich hatten wir schon in Zwönitz eine Wohnung zugesprochen bekommen, aber Irgendwann hat mein Mann zu mir gesagt: “Ich möchte dich mal sehen, wenn du an deinem Elternhaus vorbei fährst, wenn es gerade am zusammenfallen ist.“ Und so sind wir hier geblieben.
Ich freue mich immer wenn wieder etwas angerichtet wird, dafür würde ich sogar auf meinen Urlaub verzichten.
Kennst Du unsere Herberge noch von früher, und was meinst du zu der neuen Naturherberge?
HU Nach dem Umbau war ich noch nicht wieder oben. Leider habe wir noch keine Zeit dafür gefunden, mal vorbei zu fahren und reinzuschauen.
Als Kinder sind wir früher sehr gerne zu den Wochenendbelegungen gegangen. Das war immer wunderschön, und wir haben uns Immer sehr darauf gefreut. Da gab es noch Schlafräume mit zwanzig Betten. Jedes mal wenn nachts die Nachtaufsicht hereinkam, sind wir wieder in unsere Betten gesprungen.
Ach ja, die Jugendweihe von unseren Söhnen haben wir dort gefeiert, da wir eine sehr große Gesellschaft waren.
Wann warst du das letzte mal im Freibad in Affalter?
HU Reingeschaut habe ich schon öfters. Das letzte mal war ich sicher mit meinen Söhnen im Freibad. Das ist aber auch schon eine Weile her. Früher als Kinder waren wir in der Dreckpfütze zwischen den Holzbalken öfters mal baden.
Wie wichtig ist unsere Feuerwehr für unser Dorf?
HU Als meine Jungs noch klein waren habe ich immer gesagt: “Einer muss in die Feuerwehr!“. Mein Opa war in der Feuerwehr und bei drei Männern im Haus sollte einer diese Tradition fortsetzen. Irgendwann hat dann Holger diesen Posten übernommen. Und jetzt ist er auch schon zwanzig Jahre dabei.
Ich warte noch immer auf Ihn, wenn er abends vom Dienst nach Hause kommt und frage Ihn was es neues im Dorf gibt.
Ich war selbst in vielen Vereinen. In der Volkssolidarität und im Roten Kreuz habe immer gerne gesellschaftliche Arbeiten übernommen.
Hast du als Ehefrau, Mutti, und Vollzeit-Oma noch Zeit für ein Hobby?
HU Ja, das Frauenfrühstück in die Methodistenkirche. Da treffen sich Jung und Alt, und wir werden da immer
mehr Leute. Jetzt kommen sogar Frauen aus Lößnitz und Zwönitz mit zu uns. Ich muss sagen, da fühle ich mich sehr wohl. Da gibt es immer schöne Vorträge mit wechselnden Rednerinnen.
Und mein zweites Hobby ist für meine Enkel Socken stricken.
Wie könnte man Affalter für seine Einwohner noch lebenswerter machen?
HU Eine Tierschau wäre mal wieder schön. Das hat schon früher in Affalter die Leute angezogen. Was auch wichtig ist, dass der Jugendclub weiter besteht, damit unsere Jugend etwas anderes zu tun hat, außer Bier zu trinken. Wenn man die Jugend nicht im
Ort hier hält, dann stirbt ein Dorf auch sehr schnell aus.
Was möchtest du allen Affalterern noch sagen?
HU Dass sich immer alle vertragen sollen und der Zusammenhalt unter den Menschen so bleibt! Das sich die Leute untereinander nicht sinnlos über Grundstücke oder Tiere streiten. Im Dorf kräht halt mal ein Hahn.
Ich freue mich auch, dass immer noch einige Leute zu uns nach Affalter aufs Dorf ziehen.
Und nun die letzte spannendste Frage: “Welchen Affalterer schlägst du als unserer nächstes „Interview-Opfer“ vor?”
HU Den Zimmermann: Karl Rüdiger.
Vielen Dank an Helga Uhlmann. [MS]
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Interview des Monats
März 2011
diesmal mit Wolfgang Groß

durchgeführt von
Michael Stahr An dieser Stelle veröffentlichen wir jeden Monat ein aktuelles Interview mit Einwohnern aus Affalter, die viele Einwohner kennen.
Zum Frühlingsanfang sprechen wir heute mit Wolfgang Groß, den unsere Pastorin Maria Bartels vorgeschlagen hat.
Traditionell beginnen wir mit der Frage: Kennst du Affalter24.de?
WG Ich hatte bisher noch nie etwas davon gehört, bis mich unsere Pfarrerin Frau Bartels anrief und sagte: “Affalter24 kommt zum Interview des Monats zu dir.” Wir “ Älteren” sind nicht so mit der Computertechnik. Ich kenne das zwar aus unserer Firma, aber da habe ich den Computer nur zum Teile bestellen benutzt. Erst jetzt als Rentner komme ich richtig drauf was man damit alles so machen kann.
Bist du ein Affalterer Ureinwohner?
WG Ja! Ich bin in Aue geboren und nach ca. 1 Woche in mein Elternhaus in Affalter eingezogen. Dort auch groß und älter geworden. Es kam mir nie der Gedanke, von hier fort zu gehen.
Welchen Beruf hast du gelernt und wo hast du gearbeitet?
WG Eigentlich wollte ich Schornsteinfeger werden. Und so war ich mit meinem Vater in Zwönitz. Der Schornsteinfeger hat zu meinem Vater gesagt: “Du wirst doch deinen Jungen nicht Essenkehrer lernen lassen!” Als Elektriker und Feinmechaniker hatte ich auch kein Glück. Dann wollte ich etwas mit Holz lernen. Aber kein Meister hat ausgebildet.
Danach waren wir bei der Ausbildungsberatung und die hatten eine Stelle als Autoschlosser für mich. Und was sieht man als Jugendlicher beim Thema Autoschlosser? Richtig! Ein Lenkrad! In der Konsumgenossenschaft in Aue gab es einen ziemlich großen Fuhrpark mit eigener Kfz-Werkstatt, einem Meister und kompetente Mitarbeiter. Dort absolvierte ich meine Lehre und erhielt nach 3 Jahren den Gesellenbrief. Als krönenden Abschluss kaufte ich mir von dem zusammen gesparten Lehrlingspfennigen mein erstes Motorrad, eine EMW.
Bis dahin legte ich den Arbeitsweg mit einem zusammengeschustertem Fahrrad zurück.
Bis 1960 arbeitet ich in dieser Werkstatt und wechselte aus betriebstechnischen Gründen, dann in die OWKW der Deutschen Post in Aue. Nach 8 Jahren legte ich die Prüfung zum Kfz-Handwerksmeister ab und konnte weit über 10 Lehrlinge ausbilden, unter anderem auch meinen Sohn. Dieser Berufszweig war sehr gefragt in der DDR. Mit Erfindergeist, viel Geschick zu: “aus Alt mach Neu”, konnte man trotz Ersatzteilmangel viel bewegen.
Und dann kam die Wende. Wir haben immer gesagt: “Die Post und die Bahn gibt es in guten und in schlechten Zeiten”. Natürlich waren wir, die Betriebshandwerker, die ersten die entlassen wurden. Am 31.12.1991 endete unser Arbeitsverhältnis. Vorher hatte man uns gesagt:” Wir brauchen
Sie auch weiter, unsere Autos müssen auch weiter repariert werden. Sie müssen sich selbstständig machen!”. Also habe ich am 02.01.1992 als Selbstständiger im selben Betrieb, mit den gleichen Leuten weiter gearbeitet. Ich teilte die Verantwortung mit meinem Sohn in einer GbR. Nun bin ich “verdienter Rentner” und habe alles übergeben.
Seit wann führt ihr euren Bauernhof?
WG Also “Viecher” und Land hatten wir schon immer. Früher hatten meine Eltern fast bis zum Wald hoch gepachtet und bewirtschaftet. Dann haben wir das zurück gefahren. Heute reicht uns unser Grundstück und durch meine sehr tierliebe Enkelinnen gibt es nun auch wieder Tiere.
Wie kommt Ihr zu euren Pferden und zum Reitsport?
WG Eben durch diese Enkelinnen.
Was hältst du von unserer Affalterer Schule? Du kennst sie sicher noch von früher?
WG Natürlich, ich bin sogar 8 Jahre dort hin gegangen. Damals war alles noch etwas anders.
Für uns war das Schulhaus schon damals schön. Wie erst heute nach der Sanierung!
“Unsere Dorfschule” sollte auf jeden Fall für unsere Kinder und welche aus der Umgebung erhalten bleiben. Eine Schule macht den Ort besonders lebenswert.
Du weist bestimmt, das unsere Jugendherberge renoviert wird? Glaubst du, dass das ein sinnvolles Projekt ist? Und kennst Du unsere Herberge noch von früher?
WG Ich war sogar selber zur Erholung da. Das war damals so das manche Kinder aus der Klasse in “Erholung” geschickt wurden. Ich durfte auch einmal 2-3 Wochen dorthin. Wir haben da jeden Tag bei der Milchrampe vor unserem Haus Milch geholt und so konnte ich jeden Tag mal nach Hause winken.
Ich war jetzt länger Zeit nicht oben, aber ich verfolge schon die Bemühungen um den Erhalt des Objektes und die einzelnen Projekte des NABU. Schön das auch verschiedene Kreativ-Werkstätten ansässig sind und das Ganze beleben. Ein weiterer Verfall wäre schade gewesen. Sie gehört ja auch zu unserem Dorf.
Wie wichtig sind die Vereine für unser Dorf?
WG Ich bin zwar selbst in keinem Verein. Aber ich finde das für unsere Kultur sehr wichtig.
Ich denke auch, dass sich die Jugend da viel mit einbringen sollte.
Welchen Platz haben unsere Kirchgemeinden für unser Dorf?
WG Da gehören wir richtig aktiv hin. Besonders gut ist das Zusammenspiel von unseren Methodisten und uns. Diese Allianz ist in anderen Gemeinden nicht selbstverständlich. Dazu gehört der rationelle Waldgottesdienst alljährlich am 2. Pfingstfeiertag.
Welche Hobbys hast du dir als Rentner zugelegt und welche Hobbys hast du behalten?
WG Früher habe ich viel gedrechselt. Erstens weil es fast nichts zu kaufen gab und zweitens konnte man immer ein paar Mark dazu verdienen. Meine Männeln wurden teilweise bis nach Amerika geschickt. Mit Holz arbeite ich auch heute noch sehr gern. Ansonsten sind Haus und Grundstück mein Hobby.
Wie kann Affalter für seine Einwohner noch besser werden?
WG Diese Abwassergeschichte in Affalter endlich richtig zu klären. Die Stadt und der ZAST sollen sich endlich auf eine Möglichkeit einigen wie jeder in Affalter an eine zentrale Anlage kommt. Ich habe das mit Gas selbst erlebt und ich kenne das schon von unserer Firma. Erst wird jeder gezwungen eine Kläranlage zu bauen, um sich dann für viel Geld an den Kanal anschließen zu lassen. Aber mir wäre so ein Kanal auf jeden Fall lieber, als selber eine Anlage zu betreiben.
Hast Du noch etwas auf dem Herzen was du allen Affalteren sagen möchtest?
WG Affalter ist ein schönes lebenswertes Dorf - eben unser Zu Hause. Viele Bemühungen gab es schon es noch schöner zu machen. Mögen die Menschen die hier leben immer aufeinander zugehen und sich gegenseitig beistehen. Die Jungen sollten die Erfahrungen der Alten für sich nutzen, und die Alten das Neue und Moderne der jungen Generation akzeptieren und fördern. Hoffen wir, das noch viele junge Menschen gerne hier leben möchten und nicht aus beruflichen Gründen fortgehen möchten. Ich jedenfalls bleibe hier bis ich abberufen werde.
Und nun die letzte spannendste Frage: “ Welche Affalterin schlägst du als unsere nächste Interviewpartnerin vor?”
WG Helga Ullmann. Ich glaube die kann euch auch viel erzählen.
Vielen Dank Wolfgang Groß (MS)
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Interview des Monats
Februar 2011
diesmal mit Pfarrerin
Maria Bartels
durchgeführt von
Michael Stahr

An dieser Stelle veröffentlichen wir jeden Monat ein aktuelles Interview mit Affalterern, die viele Einwohner kennen.
Wir warten alle auf das Winterende und sprechen heute mit unserer Pfarrerin Frau Maria Bartels.
Guten Tag Frau Bartels, Herr Pöschmann hat Sie für das Interview des Monats vorgeschlagen. Ich hoffe, Sie kennen unsere Internetseite Affater24?
MB Ja, da habe ich schon vorher reingeschaut. Jemand hat mir das mit den Interviews erzählt und ich habe zum Beispiel das Interview mit Frau Haider gelesen.
Ich gehe nicht oft auf die Seite, aber das Interview des Monats und Bilder vom Dorffest oder vom Martinsumzug sehe ich mir gerne an.
Was bestimmt viele Affalterer interessiert. Wo sind Sie geboren und aufgewachsen?
MB Ich komme aus Zwickau, aus der Großstadt. Relativ aus der Mitte, in der Nähe vom Bahnhof. Da bin ich geboren, da bin ich aufgewachsen und da wohnen auch
heute noch meine Eltern. Da zieht es mich auch immer wieder für ein paar Stunden hin.
Ist das eine große Umstellung zwischen Stadt Zwickau und Dorf Affalter?
MB Ja und nein. Was ich als Riesenunterschied sehe ist, dass ich in Affalter für jeden Weg ein Auto brauche, ob das zum Einkaufen, zum Arzt oder in die
Kinderbetreuung ist. Was ich hingegen sehr zu schätzen weiß ist, dass meine Kinder zur Schule laufen können.
Andererseits bin ich in Zwickau in Bahnhofsnähe aufgewachsen. Daneben war ein großes Abrissgelände. Da waren ganz viele leerstehende Altbauhäuser um uns herum.
Diese Häuser sind abgerissen worden, als ich etwa 15 bis 20 Jahre war. Und das empfand ich immer als sehr bedrohlich. Deswegen fühle ich mich in Affalter schon
sicherer.
Warum haben Sie sich entschlossen, Pfarrerin zu werden?
MB Das ist eine lange Geschichte. Ich bin zu DDR-Zeiten nicht zur EOS gekommen, sondern habe nach vielen Irrwegen eine Lehre als Facharbeiterin für
Schreibtechnik gemacht und war danach Sekretärin im Apothekenwesen. Irgendwann habe ich gedacht: „Sekretärin, das ist nichts für dein ganzes Leben“
und dann habe ich an der Abendoberschule das Abitur gemacht.
Leider gab es zu DDR-Zeiten nur wenige Studiengänge, die mir zugesagt haben. Pädagogik wollte ich nicht studieren und für Medizin oder Pharmazie war ich zu faul.
Also studierte ich Theologie, weil das sehr breit gefächert ist und du lernst viele interessante Leute kennen.
Das haben zu DDR-Zeiten viele studiert, die nicht das machen wollten, was so angeboten wurde. Es sind auch nur wenige bei der Stange geblieben, die mit mir
angefangen haben. Viele haben mit der Wende, mit der die Freiheit kam, angefangen Ägyptologie und was nicht alles zu studieren.
Aber mich hat es festgehalten. Ich habe mir gesagt, Pfarrerin ist ein vielseitiger Beruf. Das konnte ich mir gut vorstellen und ich kann gut mit Menschen umgehen.
Was mich extra noch bestärkt hat war, dass ich mich nicht unbedingt bei den Kirchenoberen willkommen fühlte. Als ich mich bewarb, hat mir dort einmal jemand
gesagt: „Als Frau auf der Kanzel, da haben sie es bestimmt ganz schwer. Wollen Sie das trotzdem machen?“. Gerade das hat mich besonders herausgefordert
und ich sagte mir, jetzt erst recht.
Wie hat es Sie nach Affalter verschlagen und sind Sie gerne hier?
MB Ich bin verschickt worden. Nach dem Vikariat, also dem zweiten Examen, hat das Landeskirchenamt mir gesagt, das ich in die Gemeinde Lößnitz/Affalter
verschickt werde. Ich hätte diese Stelle nur ablehnen können, aber dann wäre ich nicht ins Pfarramt übernommen worden.
Es war am Anfang nicht ganz leicht. Mein Mann war noch in Leipzig zur Ausbildung und unsere Tochter war damals erst zweieinhalb Jahre alt.
Gerade dafür war es gut, in ein Dorf gekommen zu sein. Wir bekamen und bekommen so viel Unterstützung und Hilfe, dass ich mich gut aufgehoben fühle.
Was für eine Meinung konnten sie sich in Ihrer Zeit in Affalter von unserem Ort bilden?
MB Also vom äußeren her hadere ich immer mit Affalter, weil es so langgestreckt und schmal ist. Als ich mit unserem Sohn Isaak mit der Kinderkutsche
spazieren war, wurde es mir ziemlich schnell langweilig immer nur die Dorfstraße auf und abzulaufen. Ich dachte, das Dorf müsste mehr in die Breite gehen,
dass man mal eine Runde laufen könnte.
Besonders schön finde ich, dass die Dorfgemeinschaft sich immer wieder bemüht, etwas zu veranstalten. Gerade die Dorffeste oder das Pyramidenanschieben tragen
zum Dorfleben bei.
Auch die Schule trägt dazu bei, weil man sich dort trifft und viele Projekte veranstaltet werden. Ich glaube, Affalter hat Glück, das die Schule so flexibel und
lebendig ist.
Was halten sie von den Vereinen in Affalter?
MB Ich weiß, dass es in Affalter viele Vereine gibt. Leider fehlt mir die Zeit, mich damit mehr zu beschäftigen. Ich weiß, die Feuerwehr kommt, wenn ich sie rufe,
und ich weiß der Förderverein Schule Hort ist sehr rührig und nicht immer bequem. Auch von unseren Schützen werde ich manchmal eingeladen und bin auch gerne da.
Sind sie froh über das neue Geläut in Affalter?
MB Ja, sehr. Ich finde es immer schön wenn Glocken läuten. Das ist wie mitten im Jahr Weihnachten. Auch weil jetzt auch in Lößnitz ein neues Geläut
bekommen soll, und ich habe das in Affalter schon einmal erlebt.
Was könnte in Affalter verbessert werden und was sollte unbedingt so bleiben.
MB Verbessern könnte man das Miteinander der Vereine. Davon könnten alle profitieren. Alle zusammen machen ein Dorffest und danach ist wieder nichts.
Schön finde ich das Projekt zur Sanierung der Jugendherberge. Ich möchte so etwas erhalten haben. Was aber fehlt, ist, dass da mehr Leben eingehaucht wird.
Ich finde es ebenfalls beispielhaft, dass unsere Schule im Ort erhalten wird.
Weiterhin wäre es schön, wenn es mehr öffentlichen Einrichtungen geben würde. Zum Beispiel ein Einkaufsladen oder eine Sparkasse.
Kann man sich Pfarrerin Hausfrau und Mutter noch ein Hobby leisten?
MB Eigentlich nicht, aber ich schreibe gerne Briefe und ich bekomme gerne Briefe.
Was ist Ihr persönlicher Lieblingsplatz in Affalter?
MB Der obere Teil des Friedhofes. Da kann man schön umher schauen. Dort ist es ruhig. Und die Sonne scheint, wenn man etwas Glück hat. Dort bin ich gerne.
Was möchten Sie und allen Affalterern noch mit auf den Weg geben?
MB Ich finde es schade, dass man in Affalter kaum jemanden trifft, weil man immer mit dem Auto fahren muss. Wenn mir Leute sagen „der und der“
wohnt in diesem Haus dann habe ich absolut keine Verbindung dazu und denke, den habe ich noch nie gesehen. Deswegen möchte ich allen Affalterern mit auf den
Weg geben, dass sie sich in der Öffentlichkeit mehr sehen lassen.
So nun die Letzte und spannendste Frage: Welchen Affalterer schlagen Sie als nächsten Interviewpartner vor? Wir haben nämlich beschlossen immer abwechselnd einen
Affalterer und eine Affaltererin zu befragen.
MB Wolfgang Groß, weil er einer der wenigen ist, den ich sehr oft um sein Haus herum sehe. Ich finde es schön, wie er immer nett grüßt, wenn ich das Dorf runter fahre.
Vielen Dank, Frau Bartels.
[MS]
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Interview des Monats
Januar 2011
diesmal mit Gerhard Pöschmann
durchgeführt von Willi Kreutel

WK: Guten Tag Gerhard, zunächst einmal vielen Dank für deine Bereitschaft zum Interview des Monats auf www.affalter24.de.
Hast du selber Internet, kennst du unsere Seite?
G. Pöschmann: Ich habe selber kein Internet, habe aber schon ausgedruckte Interviews von Affalterer Bürgern gelesen.
WK: Bist du ein gebürtiger Affalterer?
G. Pöschmann: Ich wurde als jüngstes von 7 Geschwistern hier im Haus, Hauptstr. 48, geboren, das Haus hat eine sehr interessante Geschichte.
Erbaut wurde es1880, ursprünglich war es eine Tischlerei.
Die Ehefrau des Tischlermeisters war Hebamme, sie unterhielt unter dem Namen „Institut Reuther“ im Haus eine Entbindungsstation.
Vom 01.03.1911 bis 31.12 1920 war hier im Haus die Klöppelschule Affalter.
Auch Junglehrer wohnten während ihres Einsatzes im Ort hier.
Mein Vater war seit 1906 selbstständiger Stellmachermeister, 1921 hat er dieses Haus gekauft und im Laufe der Jahre bauliche Erweiterungen vorgenommen.
In der Stellmacherei wurden, in enger Zusammenarbeit mit dem Schmied, hauptsächlich Arbeiten für die Landwirtschaft ausgeführt, Neubau und Reparatur von Leiterwagen, Rungewagen, Jauchenwagen, Pferdeschlitten, Rädern, Deichseln u.s.w.
Mit der fortschreitenden Mechanisierung der Landwirtschaft wurde der Bedarf immer weniger.
Für die Bevölkerung wurden unter anderen gefertigt: Hammer, -Hacken- und Schaufelstiele, Handwagen, Schneeschuhe, Schlitten, der Affalterer Rennwolf (mein eigner ist als Leihgabe im Technischen Museum Papiermühle Zwönitz ausgestellt).
Nach dem 2. Weltkrieg war das Schneiden von Brennholz (Stöcke) sehr gefragt.
Es gab Aufträge im Karosseriebau, so der Aufbau des ersten Affalterer Feuerwehrautos, es wurde am 7.6.1931 als Mannschafts- und Gerätewagen eingeweiht.
Ab 1959 hat mein Bruder Max die Stellmacherei von meinen Vater übernommen, er dürfte noch vielen Affalterern bekannt sein.
WK:Welche Erinnerungen hast du an deine Schulzeit?
G. Pöschmann: Ich bin 7 Jahre in die Volksschule Affalter gegangen, danach 3 Jahre in die Handelsschule nach Aue.
Bei meiner Einschulung 1934 waren wir 20 Schulanfänger.
Soweit ich mich erinnern kann, haben wir jeden Unterrichtstag mit dem gemeinsamen Gebet: „Mit Gott fang an, mit Gott hör auf, das ist der beste Tageslauf“ begonnen.
Wir waren wir immer 2 Schuljahre in einer Klasse zusammen, entweder mit dem jüngeren oder mit dem älteren Schuljahr.
Mit der Eingemeindung von Streitwald nach Affalter, kamen 1939 die Schüler von Streitwald
dazu.
WK: Nun etwas zu deinem beruflichen und familiären Werdegang.
G. Pöschmann: Gelernt habe ich Industriekaufmann bei der Firma „Emil Eschauer“ in Lößnitz. Der Betrieb wurde 1946 enteignet.
Durch die Fertigung von Förderwagen für die Wismut gehörte der Betrieb einige Jahre zum Lokomotiv- und Wagonbau, daher der Name LOWA, der bis heute im Volksmund erhalten ist.
Die heutige Firmenbezeichnung ist „Blechformwerk Bernsbach GmbH“, Lößnitz ist ein Betriebsteil davon.
Obwohl ich 48 Jahre in ein und demselben Betrieb gearbeitet habe, wechselte durch Betriebszusammenlegung mein Arbeitsplatz von Lößnitz nach Bernsbach.
Die meisten Jahre war ich in der Finanzbuchhaltung tätig.
Wir hatten zwar Buchungsautomaten, mussten aber noch viele Arbeiten manuell erledigen.
Im 2. Weltkrieg sind 2 Brüder von mir gefallen.
1951 habe ich in Affalter geheiratet. Wir haben 2 Kinder angenommen. Mein Sohn Ralf ist 1991 mit 31 Jahren an einen Krebsleiden verstorben.
17 Tage nach unserer Goldenen Hochzeit ist meine Frau Christa geb. Neubert heimgegangen.
WK: Nun etwas zu deinem kirchlichen Weg.
G. Pöschmann: Getauft und konfirmiert wurde ich in de evang.-luth. Kirche
Ich wurde von meinen Schwestern in die Sonntagsschule der ev.-methodistischen Kirche in Affalter mitgenommen.
Mit 11 Jahren, nach dem Gedächtnisgottesdienst für meinen gefallenen Bruder Johannes Pöschmann, habe ich mich bewusst für den Weg mit Christus entschieden.
Später ging ich mit zum Jugendkreis, besuchte die Gottesdienste und fand dort meine geistliche Heimat.
Viele Jahre habe ich in der Sonntagsschule, in der Wortverkündigung, als Sänger und im Kirchenvorstand mitgearbeitet. Jetzt leite ich noch den Seniorenkreis.
Für das gute Miteinander der beiden Kirchgemeinden im Ort bin ich sehr dankbar.
WK: Du hast auch ehrenamtlich im Krankenhaus mitgearbeitet?
G. Pöschmann: Viele Jahre habe ich in der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Krankenhaushilfe e.V., auch bekannt als Grüne Damen und Herren, mitgearbeitet.
Dieser Dienst steht unter dem Motto „Wir nehmen uns Zeit, wir setzen uns ein, ehrenamtlich.
Neben der seelsorgerlichen Betreuung im Marienstift Schwarzenberg und im Krankenhaus Aue habe ich viele Jahre im Krankenhaus Aue sonnabends die Gottesdienste mit begleitet.
Jetzt gehe ich noch einmal in der Woche nach Zwönitz ins Pflegeheim der Diakonie zur Gottesdienstbetreuung.
Diese Dienste haben mein Leben reicher gemacht, es geht nicht darum dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben.
WK: Hast du Hobbys?
G.Pöschmann: Zeit für Andere zu haben, außerdem löse ich gerne Kreuzworträtsel.
WK: Was sind deine Urlaubsziele?
G. Pöschmann: Während der DDR-Zeit die Ostsee, nach der Wende Tirol und der Allgäu, ich liebe die Alpen. Jetzt fahre ich gern zu Seniorenrüstzeiten ins Bibelkonferenzzentrum Langensteinbacher Höhe bei Karlsruhe.
WK: Was gefällt dir an Affalter?
G.Pöschmann: Ich fühle mich wohl in Affalter, ich bin hier aufgewachsen, es gibt ein gutes Miteinander, die Lage ist gut.
In meiner Kindheit habe ich fast jeden Affalterer gekannt, nun heute nicht mehr.
WK: Interessierst du dich noch für die Politik?
G. Pöschmann: Das Weltgeschehen verfolge ich durch die Nachrichten und in der Zeitung.
Am Geschehen im Ort bin ich natürlich auch interessiert.
Die Eingemeindung nach Lößnitz war für mich kein Problem, ohne die Lößnitzer Kinder hätten wir die Affalterer Schule nicht halten können.
Der Einheitsstadt Silberberg stehe ich skeptisch gegenüber.
WK: Wie hast du das erste Mal den anderen Teil Deutschlands erlebt?
G. Pöschmann: 1988 hatte ich eine kirchliche Dienstreise nach Österreich zur Glaubenskonferenz europäischer Methodisten in Hollabrunn bei Wien. Die Anreise haben wir genutzt, um einen Tag in München Station zu machen.
In negativer Erinnerung ist mir noch der nächtliche Grenzübertritt im Zug in Richtung Westdeutschland. Die Anspannung der Reisenden war deutlich zu spüren, überall Grenzpolizei, Hunde usw.
In Österreich waren wir aus der DDR die einzige Delegation, die ohne Geld anreisen musste, so wir waren auf Spenden unserer österreichischen Glaubensgeschwister angewiesen.
WK: Da wäre noch der nächste Interviewpartner?
G. Pöschmann: Da würde ich Frau Bartels vorschlagen, die Pfarrerin der
ev.-lutherischen Kirchgemeinde in Affalter.
WK: Gerhard, vielen Dank für deine Mitarbeit und alles Gute für die Zukunft!
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Interview des Monats
Oktober 2010 mit Frau Edelgard Wittstock
Foto:
Privat
Durchgeführt von Willi Kreutel
Frau
Wittstock, zunächst einmal vielen Dank für Ihre Bereitschaft zum
Interview auf unserer Internetseite
www.affalter24.de.
Die erste
Frage, haben Sie Internet und kennen Sie unsere Seite?/p>
Edelgard
Wittstock
(E.W.): Ich habe kein Internet, habe mir aber von meinen Enkeln von
der Internetseite berichten lassen.
Sind Sie eine
gebürtige Affalterin?
E.W.:
Nein, ich bin in Düsseldorf geboren, mein Vater war Färbermeister.
Nach der Schule begann ich Chemie zu studieren, aber leider kam der
Krieg dazwischen und die Universität wurde geschlossen.
Wir wurden ausgebombt und ich bin mit meiner Mutter nach
Wilkau-Haßlau zu den Großeltern gekommen. Dort habe ich bei Horch im
Labor als Chemotechnikerin gearbeitet. Plötzlich war das Werk
geschlossen und ich hatte keine Arbeit mehr.
Mein Onkel hatte damals die heutige Schwarzbachbäckerei in
Streitwald, dort bin ich dann untergekommen und habe mitgeholfen.
Das war mein Weg von Düsseldorf nach Streitwald, hier habe ich
meinen Mann Elwin kennen gelernt. 1947 haben wir in Affalter im
Rathaus geheiratet, 2 Kinder wurden geboren, 1965 haben wir unser
Haus in Streitwald gebaut.
Was haben Sie
für Erinnerungen an Ihre Schulzeit?
E.W.:
Ich bin immer gerne zur Schule gegangen, konnte es eigentlich gar
nicht erwarten, bis es schließlich soweit war. Die Lehrer waren sehr
freundlich und stets um unsere Bildung bemüht, es gab keine
Prügelstrafe.
Ihr Mann Elwin
Wittstock war in Affalter ein bekannter Mann. Zunächst, wie ist er
nach Streitwald gekommen?
E.W.:
Das war ebenfalls ein langer Weg.
Elwins Familie stammt eigentlich aus Pommern und wurde nach dem
ersten Weltkrieg von dort nach Breslau zwangsumgesiedelt.
Nach der Schule nahm er eine Lehre beim Forst auf, Natur und Wald,
das war seine Leidenschaft.
Doch dann kam der 2. Weltkrieg, im harten Winter 1941/42 erlitt er
in Russland schwere Erfrierungen an den Füßen.
Nach der Verwundung arbeitete er wieder in Brandt bei Görlitz, aber
1945 kam die Vertreibung.
Er landete, zusammen mit seinen Eltern, in Zschocken. Nachdem er
festgestellt hatte, dass es kein zurück mehr gab, bewarb er sich um
eine Stelle beim damals noch fürstlich Schönburg´schen Forstamt in
Oelsnitz.
Er bekam das Forstrevier in Streitwald zugewiesen.
Nun noch etwas
zum Wirken Ihres Mannes in Streitwald als Förster.
E.W.:
Mein Mann Elwin war als Förster mit dem Wald verwachsen und er
liebte die Menschen hier. Man kann sagen, er ist hier heimisch
geworden, während bei mir immer die Sehnsucht nach meiner Heimat
Düsseldorf geblieben ist.
Er ist trotz intensiver Bemühungen nicht in die Partei gegangen,
vieles wäre dann einfacher gewesen, wir hatten dadurch viele
Nachteile.
Aber er hatte ein gutes Verhältnis zum damaligen Bürgermeister
Küchler.
Nach dem Krieg gab es im Wald keine Maschinen und alles musste mit
der Hand gemacht werden, viele Menschen fanden so Arbeit im Wald.
Feuerholz, Reisig aus dem Wald waren gefragt und sogar die
Baumstöcke mit den Wurzeln wurden ausgegraben, um Heizmaterial zu
bekommen.
Mein Mann war ständig auf der Suche nach Verbesserungen, so wurde
ein Torfstich im Streitwalder Wald eröffnet und den Einwohnern
zusätzliches Heizmaterial zur Verfügung gestellt. Versuchsflächen in
Lößnitz wurden gekalkt, das interessierte sogar die Leunawerke und
Forstleute aus Österreich. Um auf die Schönheit der Natur und des
Waldes aufmerksam zu machen, organisierte er Waldwanderungen. Trotz
seiner schweren Kriegsverletzungen war er stets mit Leib und Seele
Förster. 1972, mit 51 Jahren, ist er leider viel zu früh verstorben.
Grießbach,
Harald hat erzählt, dass die Jäger früher ihre Jagdwaffen bei
Wittstocks abgeben mussten?
E.W.:
Zuerst mussten die Jagdwaffen nach Aue gebracht werden, mit der
Gründung der Jagdgesellschaften hatten wir die Waffen im Haus, im
Tresor. Es wurde streng kontrolliert, jeder Schuss Munition musste
nachgewiesen werden. Bei Kontrollen mussten stets alle Waffen da
sein. An politischen Feiertagen blieben die Jagdwaffen im Schrank.
Gab es
Enttäuschungen in Ihrem Leben?
E.W.:
Meine Eltern lebten ja weiter in Düsseldorf, ab dem Mauerbau 1961
konnte ich sie nicht mehr besuchen.
1969 ist meine Mutter krank geworden und gestorben, nicht einmal zur
Beerdigung durfte ich ausreisen.
Das werde ich wohl nie überwinden.
Mein Vater ist dann in die DDR übergesiedelt und hat seine letzten
Lebensjahre in Streitwald verbracht.
Wie sieht es
mit Reisen aus?
E.W.:
Meine letzte große Reise habe ich im Jahr 2000 gemacht, nach
Italien, besonders die Hauptstadt Rom war eindrucksvoll. 2000 Jahre
nach Christi Geburt, war für mich ein besonderer Anlass dazu.
Leider habe ich mir dabei den Arm gebrochen, aber ich hatte eine
Rückholeversicherung.
So bin ich als einziger Passagier mit dem Ambulanzjet von Rom nach
Dresden geflogen.
Im Auer Krankenhaus wurde der Arm wieder in Ordnung gebracht.
20 Jahre nach
der Wende, wie haben Sie die Wendezeit erlebt?
E.W.:
Das war für mich eine große Freude.
Ich bin mit meinen Kindern zu den Montagsdemonstrationen nach Aue
gefahren, an der Stasi haben wir Kerzen auf die Mauer gestellt.
Später sind wir zusätzlich jede Woche nach Zschorlau gefahren und
haben an den Samstagsdemonstrationen teilgenommen.
Ich war bei Kohl und Genscher in Chemnitz, Mischnik kenne ich
persönlich.
Bei der LPG auf dem Katzenstein, dort habe ich damals im Büro
gearbeitet, habe ich immer meine Meinung ans Schwarze Brett gehängt.
Das Unglaubliche, niemand hat sie abgenommen.
Wie nehmen Sie
heute noch am öffentlichen Leben teil?
E.W.:
Ich bin
ein sehr aufmerksamer Zeitungsleser und schreibe fleißig
Leserzuschriften, vor allem an die Freie Presse.
Einige sind veröffentlicht worden.
Was ist Ihr
Hobby?
E.W.:
Das ist die Ahnenforschung, da habe ich sehr viel Zeit verwendet.
Meine Enkel haben jeder eine Familienchronik erhalten.
Außerdem schreibe ich bei wichtigen Ereignissen Tagebuch und
verfasse kleine Gedichte.
Etwas zur
Politik?
E.W.:
Ich finde Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sollten
zusammengehen, als ein Bundesland.
Der Einheitsstadt Silberberg stehe ich eher kritisch gegenüber.
Der Lößnitzer Markt bedürfte einer Verschönerung und Belebung.
Was ist Ihr
Lieblingsort in Affalter?
E.W.:
Ich gehe gerne am Waldrand spazieren, mit Blick auf Affalter.
Da wäre noch
der nächste Interviewpartner vorzuschlagen?
E.W.:
Da schlage ich Gerhard Pöschmann vor, er hat mich während meines
Krankenhausaufenthaltes in Aue seelsorgerlich betreut und ist dort
immer noch tätig.
Frau
Wittstock, vielen Dank für dieses Interview, ich wünsche Ihnen
weiterhin alles Gute und bleiben Sie so aktiv.
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Ein Wort in eigener Sache:
Aus terminlichen Gründen konnten über den Sommer 2010 leider keine
Interviews geführt werden.
Wir bitten um Ihr Verständnis!
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Interview des Monats
Mai 2010
An dieser Stelle veröffentlichen wir jeden Monat ein aktuelles
Interview mit Affalterern, die viele Einwohner kennen. Diesmal mit
dem ehemaligen Fahrlehrer Dieter Voigt der uns von Brigitte
Schubert vorgeschlagen wurde.

Wir hoffen, Du hattest ein schönes Pfingstfest und Du bist
hoffentlich einverstanden mit unserem Interview-Überfall.
DV: Na ja es kostet doch nix. Oder?
Bei unserem Telefonat hast Du gesagt, Du kennst Affalter24 nicht.
Ich hoffe, Du hast das bis heute in Ordnung gebracht?
DV: Ich habe selbst kein Internet mehr aber wenn ich irgendwas
brauche, frage ich meinen Schwiegersohn oder meine Enkel. Ich habe
da kein Interesse daran.
Zuerst mal was zu Deiner Person. Bist Du ein eingeborener Affalterer?
DV: Nein ich bin geborener Lößnitzer. Ich wurde 1942 in Lößnitz auf
den Gütern geboren. Aber wir sind noch im selben Jahr nach Affalter
an den Anger gezogen.
Seit wann bist Du Fahrlehrer und wie kamst Du auf gerade diesen
Beruf?
DV: Ich musste zur Armee und wurde danach ständig zur Kampfgruppe
geworben. Und da ich schon nicht zur NVA wollte, wollte auch nicht
zur Kampfgruppe. Und nach dem Tipp eines Arbeitskollegen in der LOWA
habe in der GST als Fahrlehrer angefangen. Danach habe ich 1965 in
Lauenhain meinen Fahrlehrer für Motorrad gemacht. Und seit diesem
Punkt hatte ich Ruhe gehabt.
Ich habe dann von 1965 bis 1977 Moped und Motorrad im Verkehrsaktiv
ausgebildet. Mit Fahrzeugen von der GST.
1977 hat mich die Betriebsakademie gefragt, ob ich noch den
Fahrlehrer für PKW machen möchte. Das habe ich dann in Großenhain
gemacht.
1987 bis 1988 habe ich dann noch Fahrlehrerausbildung für LKW in
Ballenstedt gemacht.
Die Fahrschule habe ich nur nach meiner Arbeitszeit gemacht. Wir
haben zu der Zeit 6,70 Mark für eine Fahrstunde kassiert und ein
Motorradführerschein kostete 60 Mark ein Mopedschein 20 Mark. Und
wir haben pro Fahrschüler 5 Mark bekommen, für Theorie und Praxis.
Aber dafür hat der Staat meine Ausbildung bezahlt.
Danach kam die Wende. Und als ich im Affalterer Rathaus zum Briketts
anmelden war, fragte mich unser Walter Henry, ob ich mich nicht
selbständig machen möchte. Das habe ich dann auch so gemacht. Und so
habe ich in der Schule in Affalter mit meiner eigenen Fahrschule
angefangen. Nach einiger Zeit war das dann nicht mehr möglich und
ich bin nach Lößnitz umgezogen.
Kannst Du sagen wie vielen Leuten du das Fahren beigebracht hast?
DV: Also ich war 42 Jahre Fahrlehrer von 1965 bis 2008 und ca. 80
Fahrschüler pro Jahr. Das werden schon 3500 bis 4000 gewesen sein.
Bei manchen Familien haben drei Generationen bei mir das Fahren
gelernt.
Was waren Deine Lieblingsschüler, jünger oder älter, Frau oder Mann,
Moped, Motorrad oder Auto?
DV: Für mich war jeder Fahrschüler gleich. Ich habe da keine großen
Unterschiede gemacht.
Wo und wann hast Du deinen Führerschein gemacht?
DV: Ich habe 1959 meinen Motorradführerschein gemacht. Damals gegen
eine Ausstellungsgebühr von 23 Mark. Und 1961 habe ich auf dem H3-A
meine LKW-Führerschein gemacht, für 50 oder 60 Mark.
Und jetzt mal ehrlich! Hast Du Deinen Führerschein schon mal abgeben
müssen?
DV: Nein. Ich habe bis jetzt noch keinen Punkt oder Stempel
bekommen.
Hast Du Deinen Abschied vom Arbeitsleben bereut?
DV: Nein, ich habe mich lange genug darauf vorbereitet. Bestimmt ein
anderthalbes Jahr und ich muss ehrlich sagen, das ist mir auch nicht
schwer gefallen. Gerade seit dem wir BRD sind, saß meine Frau
wirklich lange genug ohne mich zu Hause. Ich bin von Früh bis Abend
gefahren manchmal sogar noch nachts und am Wochenende. Wir wollen
noch etwas von unserem Leben haben.
Fährst Du jetzt als verdienter Rentner immer noch gerne mit dem
Auto?
DV: (lächelt) Ich lasse nicht locker! Wir waren erst vorige Woche in
Greifswald. Wir sind auch 1200 km nach Rimini in den Urlaub
gefahren. Ich habe auch noch meine 125er und baue gerade meine
ehemalige GST-MZ wieder auf. Eine 150er MZ TS. Ich bin zwar noch
nicht gefahren aber der Motor und das Licht geht. Ich bin schon
immer gerne gefahren.
Welche Wünsche hast Du Dir jetzt als Rentner erfüllt und was
möchtest Du unbedingt noch machen?
DV: Nun ja ich habe ein Haus mit einem Garten und das versuche ich
zu erhalten. Und ich versuche all das aufzuarbeiten, was über die
Jahre liegen geblieben ist. Wir möchten uns unser Leben noch ein
bisschen schön machen. Mal wegfahren und hier alles in Ordnung
halten. Das ist mir wichtig.
Was sollte in Affalter dringend erhalten werden und was muss sich
hier ändern.
DV: Erhaltenswert ist auf jeden Fall das Freibad, der Jugendclub,
die Herberge, die Schule und ganz wichtig der Fußballplatz. Ich war
von 1965 bis 1975 als Schiedsrichter für Traktor Affalter aktiv. Ich
glaube, ich kenne jeden Sportplatz zwischen Plauen und
Krumhermersdorf.
Schön wäre es, wenn der Wiesensteig wieder als Wanderweg genutzt
werden könnte. Er ist ja jetzt nicht mehr durchgängig.
Zum Schluss meine Lieblingsfrage. Wir haben beschlossen das der oder
die Interviewte unseren nächsten Partner vorschlägt und jeder Mann
schlägt eine Frau vor und umgekehrt. Also welche Affaltererin
schlägst Du uns vor?
DV: Die Frau Hildegard Wittstock. Als Frau unseres ehemaligen
Försters hat sie bestimmt viel zu erzählen.
Wir bedanken uns bei Dieter Voigt!
[MS]
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Interview des Monats April 2010

An dieser Stelle veröffentlichen wir jeden Monat ein aktuelles
Interview mit Affalterern, die viele Einwohner kennen. Begonnen
haben wir damit im Mai 2009 und so können wir heute das zwölfte
Interview bringen.
Die Tage werden länger und wärmer und heute sprechen wir mit unserer
Zahnärztin Frau Brigitte Schubert.
Hallo Brigitte, mein Opa hat Dich für das Interview des Monats
vorgeschlagen, aber ich denke. Du hast bestimmt schon darauf gewartet?
Hast Du Deinen Namen bei Affalter24 schon gelesen?
BS Ja, das habe ich sicher, aber ich benutze das Internet nur
gelegentlich.
Wie kommst Du nach Affalter?
Ich wollte damals im Süden der DDR wohnen. Weg aus Schönebeck.
Gerne im Erzgebirge oder im Raum Dresden, das war mir egal. Und so
sind wir in Lößnitz gelandet. Das Finden einer Wohnung hier hat fast
zwei Jahre gedauert. Also im Prinzip haben mich meine Familie und
meine Arbeit hierher gebracht.
Ich glaube, Du erkennst viele Affalterer schon an den Füllungen in
ihren Zähnen. Seit wann praktizierst Du schon in Affalter?
BS In Affalter bin ich seit 1983. Vorher war ich in Lößnitz in der
Poliklinik.
Was viele Deiner Patienten sicher interessiert, wie lange bleibst Du
uns als Zahnärztin noch erhalten?
BS (lächelt) Ich habe ein bestimmtes Ziel. Wenn ich mal eine
offizielle Rentnerin bin, dann möchte ich auch meine Enkel etwas mehr
genießen als ich das im Moment tun kann.
Deine Familie wurde sogar im Fernsehen schon vorgestellt. Wie kamt
ihr zu dieser Ehre?
BS Meine Schwester hat in einer Zeitungsannonce eine Anfrage vom ZDF
gelesen, welche Großfamilie sich bereit erklären würde über ihr
Leben zu berichten. Dadurch wurden wir im Dresdener Raum unter
mehreren Familien ausgewählt.
Was für Reaktionen hast Du aus Deinem Umfeld dazu bekommen?
BS Unterschiedliche. Es waren meist positive. Zum Beispiel manche
fanden es toll, dass es noch solche Großfamilien gibt und dass wir
noch so einen Zusammenhalt haben, obwohl wir so verstreut in
Deutschland und im benachbarten Holland leben. Es gab aber auch Leute, die sagten „Die ist schon
wieder im Fernsehen“.
Du bist eine treibende Kraft im Affalterer Schützenverein. Was
meinst Du. wie wichtig ist ein solcher Verein für unser Dorf und was
könnte euer Verein im Dorf bewegen?
Ich finde Vereinsarbeit für den einzelnen Menschen sehr gut, um den
Zusammenhang mit anderen Menschen nicht zu verlieren. Es gibt viele
Möglichkeiten zu kommunizieren oder sich auszutauschen und
miteinander fröhlich zu sein.
Das es nun der Schützenverein geworden ist liegt zum Teil daran,
dass ich von zu Hause schon das Schießen gewöhnt war. Mein Vater ist
Jäger. Und natürlich an meinem Gerd, denn so können wir unser Hobby
gemeinsam ausüben.
Alle Vereine von Affalter sollten besser zusammenarbeiten und man
sollte versuchen, andere Vereine zu tolerieren und Vorurteile
abzubauen.
Das Ansehen des sportlichen Schießens ist in Deutschland nicht das
Beste. Was meinst Du kann euer Verein dagegen unternehmen?
BS Es müsste erst einmal Klarheit in einigen Köpfen herrschen, dass
Schießen nicht gleich Schießen ist. Das beginnt aber nicht hier im
Dorf, das beginnt in der Presse und im Fernsehen. Da werden
Zusammenhänge durcheinander geworfen, ohne dass einer begreift, was
wohin gehört. Und Vieles wird pauschalisiert, was man trennen müsste.
Wäre Deiner Meinung nach eine Jugendgruppe für den Schützenverein
eine Variante?
BS Wenn ich Kinder sehe, die schießen, dann wäre es mir lieb, wenn
sie in einem Verein lernen würden, worauf man schießt. Nicht so wie
es in Film und Fernsehen gezeigt wird, sondern das sportliche
Schießen. So dass man da ein schönes Hobby daraus machen könnte. Weil
schießen tut jeder Junge mit dem Stöckchen beim Spielen.
Wir haben schon oft Möglichkeiten erörtert, aber jedes Mal kam
irgendein Ereignis in Deutschland dazwischen, wo es unpassend
gewesen wäre zu fragen, ob Kinder schießen möchten.
Freust Du Dich schon aufs Affalterer Dorffest?
BS Natürlich. Auch wenn ich in diesem Jahr bei der vielen Vorarbeit
aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht helfen kann werde ich doch
gerne dabei sein. Das können Jüngere übernehmen.
Wo kann Deine Meinung nach Affalter noch schöner und besser werden?
BS Affalter ist ein schönes Dorf, aber die Ehrlichkeit und Offenheit
der Affalterer sollte mehr zunehmen.
Was möchtest Du uns und allen Affalterern noch erzählen?
BS Ich wohne gerne in Affalter und würde auch gerne noch viele Jahre
hier wohnen bleiben.
So nun die Letzte und spannendste Frage: Welchen Affalterer schlägst
Du als nächsten Interviewpartner vor? Wir haben nämlich beschlossen.
immer abwechselnd einen Affalterer und eine Affaltererin zu
befragen.
BS Unseren pensionierten Fahrschullehrer Dieter Voigt, weil er
vielen Affalterern das Fahren beigebracht hat.
Vielen Dank für das Interview!
[MS]
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Interview des
Monats März 2010
Diesmal mit
Harald Grießbach, durchgeführt von Willi Kreutel

Hallo Harald,
zunächst bedanke ich mich für die Bereitschaft zum Interview des
Monats auf Affalter24.
Nun die erste Frage, kennst du unsere Internetseite?
HG:
nicht direkt, nur die Interview`s habe ich ausgedruckt gelesen. Ich
selbst habe kein Internet.
Bist du ein
gebürtiger Affalterer?
HG:
Ich bin in Affalter, Bachweg 2, im elterlichen Bauerngut geboren
Wie kommst du zu
dem Bauerngut, in dem du jetzt wohnst?.
HG:
1952 hat meine Mutter dieses Haus vom Großvater übernommen, das
Geburtshaus hat meine Schwester bekommen. Dieses Bauerngut wurde
1876 von einem Christian Roth gebaut, mein Großvater hat es ihm
abgekauft.
Was hast du für
Erinnerungen an deine Schulzeit?
HG:
Ich bin von 1940-48 in Affalter in die Schule gegangen, in den
Kriegsjahren, wir waren ungefähr 20 Kinder in der Klasse. Richard
Mattern, unser Lehrer, war sehr streng und es gab ab und zu eins mit
dem Rohrstock. Nach den Krieg kamen dann die Neulehrer, da möchte
ich besonders Helmut Lang hervorheben, er war ein guter Lehrer.
Welchen Beruf hast
du nach der Schulzeit gelernt?
HG:
Ich bin in die Lehre zum Stemmler-Tischler nach Zwönitz gegangen.
Nachdem ich ausgelernt hatte, konnte ich dort nicht weiterarbeiten
und bin in die Landwirtschaft gekommen. 1956 ging es mit der LPG
los, erst habe ich Traktor gefahren, dann bin ich in den Stall
gegangen. Später habe umgeschult zum "Meister der Rinderzucht" und
als Besamungstechniker gearbeitet.
Ein paar Worte zu
deinen Hobbys: Bienen, Jagt, Schnitzen. Fangen wir mit den Bienen
an.
HG:
Zur Zeit habe ich 7 Bienenvölker, leider gibt es zuwenig Imker. Im
Moment sind wir im Bienenverein Lößnitz nur noch 12 Mitglieder, wir
suchen dringend Nachwuchs. In Affalter haben nur noch 3 - 4 Leute
Bienen. Aber es ist heutzutage nicht einfach mit der Bienenzucht
anzufangen, es gibt Fälle, da gehen gleich die Nachbarn auf die
Barrikaden. Ich unterstütze auch die Einrichtung eines
Bienenlehrpfades, der von der Naturherberge angeregt wurde. Früher
gab es sogar in der Schule Bienen, das Bienenhaus steht ja noch, da
haben die Kinder mitgeholfen. Der Raps ist heutzutage schon so
genmanipuliert, das er eigentlich keine Bienen mehr braucht, sich
selbst bestäubt. Für die Obstbäume im Ort sind die Bienen aber
wichtig und unverzichtbar.
Kommen wir zur
Jagd.
HG:
Ich bin 46 Jahre zur Jagd gegangen, 1962 habe ich meinen ersten
Rehbock geschossen, jetzt läuft mein Jagdschein aus. Mein Revier war
stets in Niederzwönitz hinter dem großem Stall. Mit den Waffen, dass
war Anfangs zu DDR Zeiten ein Problem, wir mussten die Waffe immer
erst beim Jagdleiter holen und nach einer vereinbarten Zeit wieder
abliefern. Jetzt ist alles anders, meine gebrauchte Waffe werde ich
wohl verschrotten müssen, da sie niemand mehr haben will.
Jagdreviere werden heutzutage auch immer mehr zu einer Frage des
Geldes.
Nun zum Schnitzen.
HG:
Mein Großvater hat geschnitzt, so bin ich zum Schnitzen gekommen. Im
Schnitzverein bin ich nicht, da es in Affalter keinen gab. Im Winter
schnitze ich viel, vor allem allem Geschenke für Geburtstage und
Jubiläen. Die Figuren auf der Pyramide am Rathaus und an der Kirche
habe ich geschnitzt und war auch am Bau der Pyramiden beteiligt.
Hast du einen
Lieblingsplatz in Affalter?
HG:
eigentlich mein Bienenhaus, oder ich gehe den Berg raus und blicke
von Oben auf Niederaffalter.
Was gefällt dir
besonders an Affalter?
HG:
Wir haben einen Sportplatz, es gibt viele Vereine, die Herberge soll
wieder in Schuss gebracht werden. Für die Unterhaltung der Pyramide
haben wir jetzt auch Jüngere interessieren können. Den Winterdienst
muss ich auch lobend erwähnen, gerade wenn man an einer Nebenstraße
wohnt.
Was gefällt dir
nicht so gut?
HG:
Da fällt mir eigentlich nichts ein.
Wohin verreist ihr
gerne, oder wohin würdet ihr gerne mal fahren?
HG:
Wir können aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr große Reisen
unternehmen, haben aber nach der Wende die Reisefreiheit schon
genutzt, uns Deutschland, Osterreich, Frankreich angesehen.
Harald ich danke
dir für das Interview und wünsche für die Zukunft alles Gute und
Gesundheit.
Die letzte Frage,
wer soll als nächstes interviewt werden?
HG:
Ich denke da an die Brigitte Schubert, unsere Zahnärztin.
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INTERVIEW DES MONATS
FEBRUAR 2010
An dieser Stelle veröffentlichen wir jeden Monat ein aktuelles
Interview mit Einwohnern aus Affalter, die viele Einwohner kennen.
Bei Eis, Frost und
Schnee sprechen wir heute mit der Ute Voigt aus Affalter.

Hallo Ute, Willfried Weidlich hat dich für das Interview des Monats
vorgeschlagen und ich hoffe du hast Einiges zu erzählen. Besonders
gespannt bin ich wer unser nächster Interviewpartner werden soll.
Die erste und wichtigste Frage: Kennst du Affalter24.de?
UV Ja, ich schaue hin und wider mal rein, genau so oft wie ich
Kabeljournal sehe.
Bist du öfters im Netz unterwegs?
UV Ich habe dazu kaum Zeit. Ich benutze das Internet für meinen
Beruf und das was mich persönlich interessiert. Ich bin kein
stundenlanger Server.
Wie kommst du nach Affalter und seit wann lebst du hier?
UV Ich bin durch die Liebe nach Affalter gekommen! Ich lebe seit
1978 hier und 1979 habe ich geheiratet.
Ich weiß du arbeitest jetzt als Rednerin. Was ist das für ein Beruf?
UV Ich Rede auf Hochzeiten und Trauerfeiern. Der Beruf ist nicht
eingetragen, obwohl ich mindestens 500 Kollegen in Deutschland habe.
Man kann diesen Beruf auch nicht erlernen wie etwa Bäcker oder
Fleischer.
Erzähle uns mal was wie du zu deinem jetzigen Beruf gekommen bist.
UV Ich hatte ein Schlüsselerlebnis bei der Beerdigung eines
Schulkameraden. Das hat mir damals gar nicht gefallen und ich habe
schon immer und gerne mit Menschen gearbeitet. Ich liebe meine
Arbeit und jeder der einen Beruf hat der ihn nicht ausfüllt sollte
diesen aufgeben.
Du bist im Ortschaftsrat und im Förderverein der Schule aktiv.
Welche Ziele möchtest du damit am liebsten erreichen?
UV: Ich hoffe dass wir in Affalter bald wieder Kindergartenplätze
anbieten können, weil es für die Eltern nicht schön ist, den
Kindergarten nur in Lößnitz aber eine Schule in Affalter zu haben.
Ich bin aber auch froh dass wir noch eine Schule haben. Dafür habe
ich auch sehr gekämpft, wie viele Affalterer wissen.
Im Ortschaftsrat arbeite ich mit weil ich die Belange der Bürger von
Affalter gerne vertreten möchte und kein Mensch bin der vor
Problemen den Kopf einzieht oder alles Anderen überlasst.
Was kannst du in Affalter loben und wo muss mal nachgebessert
werden?
UV Lobenswert ist unser durchgängiger Fußweg im Ort. Das ist
wirklich angenehm für Muttis mit Kind, für kleine Kinder und für
sonntägliche Spaziergänge. Nicht so schön finde ich, wenn wir beim
Ortschaftsrat im Bahnhof sitzen und mal zum Fenster raus sehen
diesen Anblick der Gartenanlage in Streitwald von hinten. Das ist
für uns und auch für alle anderen Gäste der Gaststätte kein schöner
Anblick.
Wie wichtig sind Vereine und Vereinsleben für Affalter?
UV Sehr wichtig. Die Menschen fühlen sich durch die Vereine auch
integriert in den Ort und sind dadurch auch bekannt, gerade wenn ich
an die Feuerwehrleute oder an die Schützen denke. Durch die
Zusammenkunft wächst eine Dorfgemeinschaft.
Was hältst du vom Affalterer Dorffest?
UV Das ist ein Event wo alle Vereine mitarbeiten. Es macht nicht
jeder nur seinen eigenen Stiefel, sondern es arbeiten mal alle
zusammen. Natürlich ist es auch ein unheimlicher Kraftakt der meist
auf denselben Schultern liegen bleibt.
Und jetzt fünf Fragen wie aus der Pistole geschossen.
1. Lieblingsband: Rosenstolz
2. Lieblingskuchen: Aschkuchen
3. Traumreiseziel: Deutschland
4. Bester Politiker:
Gerhard Schröder
5. Lieblingsort in Affalter: mein Balkon
Hast du noch etwas auf dem Herzen was du allen Affalterern sagen
möchtest?
UV Ich wünsche mir für Affalter das es wieder mehr ein Miteinander
als ein Gegeneinander gibt.
Und zum Schluss. Wir haben beschlossen, immer abwechselnd eine
Affaltererin und einen Affalterer zu befragen. Also wen schlägst du
als nächsten Interviewpartner vor?
UV Ich schlage Harald Grießbach vor. Er hat für Affalter bleibende
Werte geschaffen. Er hat die „Männeln“ für unsere Ortspyramide und
für die Kirchenpyramide geschnitzt. Außerdem hat er Bienen und war
lange als Jäger aktiv. Ich denke den kennen viele Leute und er hat
viel zu erzählen.
Wir bedanken uns bei Ute Voigt.
[MS] |
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INTERVIEW DES MONATS
JANUAR 2010
Diesmal mit dem „ehemaligen“ Ortschronisten von Affalter,
Willfried Weidlich, interviewt von Willi Kreutel

Foto:
Einweihung des restaurierten Kriegerdenkmals in Streitwald
30.10.2006
Hallo Willfried, vielen Dank für die Bereitschaft zum Interview, vorgeschlagen hat dich Bettina Jordan. Ich denke, dass dich jeder im Dorf kennt, erst kürzlich hat die Freien Presse über Dich berichtet.
Die erste Frage: Kennst du unsere Internetseite
www.affalter24.de?
WW: Ich kenne die Seite nur vom Erzählen, da ich kein Internet habe.
Für meine Recherchen nutze ich Archive, auf Papier niedergeschriebenes.
Bist du gebürtiger Affalterer?
WW: Ja, hier im Haus wurde ich als 2. von 3 Geschwistern geboren.
Welche Erinnerungen hast du an deine Schulzeit?
WW: Durch die vielen Flüchtlingskinder nach 1945 waren die Klassen sehr groß, bis zu 35 Schüler. Aber trotzdem hatten alle Platz in der Affalterer Schule.
Es war sehr streng und ab und zu gab es auch noch körperliche Züchtigung.
Als Ortschronist hattest du ein Zimmer im Dachgeschoss der Schule, bist also auch mit der Schule in Verbindung gekommen, wie sind deine Erfahrungen, was denkst du, wenn du jetzt durchs Schulhaus läufst?
WW: Heute gibt es einen offeneren Umgang und ein besseres Verhältnis Schüler Lehrer.
Es war eine gute Zeit, ich habe Verbindung zu den Kindern und Lehrern bekommen, viele Kinder grüßen mich heute noch und sprechen mich auch an.
Interessiert sich die Jugend noch für Geschichte?
WW: Zu Projekttagen habe ich in der Schule Heimatkundeunterricht gehalten und die Kinder waren sehr interessiert an der Geschichte des Ortes.
Noch etwas zu Deinem beruflichen Werdegang.
WW: Ich habe in der Auer Firma Gustav-Rockstroh Schnitt- und Stanzenbauer gelernt und später im Halbzeugwerk Aue als Werkzeugmacher gearbeitet.
Du warst 20 Jahre Ortschronist, hast also nach der Wende angefangen.
Da wäre die Frage, hast du dich zu DDR-Zeiten auch schon mit der Geschichte von Affalter befasst?
WW: Da war ich im Kulturbund Zwönitz organisiert, da es in Affalter keinen Kulturbund gab. An Hobbyschauen des Kulturbundes in der Linde Affalter habe ich mich beteiligt und bin so auch im Ort als Chronist bekannt geworden.
1976 erhielt ich als Anerkennung für meine Arbeit eine Auszeichnung aus Berlin.
Damals habe ich vor allem über die Post und die Eisenbahn in Affalter geforscht und gesammelt.
Wie hast Du die Wende erlebt?
WW: Ich durfte im Frühjahr 1989 zum 50. Geburtstag meiner Cousine nach Nürnberg fahren.
Diese Zeit habe ich genutzt und bin 3000 Kilometer durch die BRD gefahren, um alles kennen zulernen. Von da her hatte ich gesehen, dass dort auch nicht alles Gold ist, was glänzt.
Als dann die Wende und die Wiedervereinigung kam, da hatte ich durchaus begriffen, dass es auch negative Seiten geben wird, einiges unter die Räder kommt.
Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass ich ein halbes Jahr später in Nürnberg bei meiner Cousine mit dem Trabant vorfahren werde.
Dein Haus war die erste Schule von Affalter, durch ein Tintenfass, zufällig gefunden, hast du angefangen nachzuforschen.
War das Tintenfass wirklich der Anlass, oder hast du es vorher schon gewusst, dass hier mal eine Schule war?
WW: Das Tintenfass haben wir bei Renovierungsarbeiten im Fehlboden gefunden.
Da habe ich angefangen nachzuforschen und festgestellt, es war die erste Schule von Affalter von 1704 bis 1768.
Im Nachbarhaus entstand dann eine Mühle, es war zu laut und zu gefährlich, so wurde die Schule ins Haus von Paul Keller, neben der Methodistenkirche nach Oberaffalter verlegt. Dieses Haus wurde übrigens beim Bombenangriff 1945 zerstört, steht also heute nicht mehr.
Das war aber den Kindern aus Niederaffalter zu weit, und so wurde in der Ortsmitte die neue Schule gebaut, wenige Meter neben der jetzigen Schule.
Das 4. Schulgebäude ist die Schule, die wir jetzt alle kennen.
Wirst du die Häuserchronik von Affalter mal als Broschüre herausbringen, hast du weitere Projekte in diese Richtung?
WW: Geplant ist es eigentlich nicht, es ist vor allem eine Frage des Geldes.
In 5 Jahren haben wir 300 Jahre Streitwald, ich arbeite zurzeit an der Häuserchronik, 1840 gab es 37 Häuser in Streitwald.
Erzähle noch etwas zu den Mühlen, die es früher im Dorf gab.
WW: Jedes Dorf hatte früher Mühlen, damit das Korn der Bauern gemahlen werden konnte.
In Affalter gab es vom sechzehnten bis zum zwanzigsten Jahrhundert 7 Mühlen, dies erforsche ich zurzeit in Archiven, es gibt nur wenige Bilder. In welcher Weise ich das einmal präsentiere, kann ich jetzt noch nicht sagen.
Viel recherchiere ich im Staatsarchiv in Dresden, das steht offen für die Heimatforschung.
Wo steht das älteste Haus in Affalter
WW: Das lässt sich nicht feststellen. Erste schriftliche Unterlagen existieren um 1500, das Dorf ist aber 200 Jahre älter. Wahrscheinlich ist es von unten aus Richtung Aue, Lößnitz entstanden.
Kommen wir zur Gegenwart zurück, du machst mit einer analogen Spiegelreflexkamera Bilder, so kennt dich jeder im Ort, wirst du mal auf digital umsteigen?
WW: Kann ich noch nicht sagen.
Bilder kann man ins Album kleben, jeder kann sie in Ruhe ansehen, auch ohne Computer, außerdem bei Ausstellungen, da braucht man auch Bilder.
Was wird aus dem umfangreichen Ortsarchiv, wenn sich kein Nachfolger als Ortschronist findet?
WW: Das weiß ich nicht, ist Sache der Stadt Lößnitz.
Was ärgert dich, was ist nicht in Ordnung?
WW: Mir gefällt nicht, dass in Lößnitz auf der B 169 nach dem Abzweig Obere Bahnhofstraße auf der Geraden laufend der Blitzer steht, obwohl dort keine Gefahrenstelle ist.
In Affalter, an der Schule bei Tempo 30, dort wäre es angebracht ab und zu mal zu blitzen, aber das bringt wahrscheinlich nicht so viel ein.
Außerdem gäbe es noch einiges aufzuräumen in und um Affalter.
Es gibt viele Ecken, die einem sofort ins Auge fallen, andere sieht man erst beim genaueren Hinsehen, wo sich noch etwas tun müsste.
Da ist immer noch die DDR Mentalität, alles aufzuheben, zu tief verwurzelt.
Das kulturelle Leben in Affalter ist seit der Eingemeindung zurückgegangen.
Wo ist dein Lieblingsplatz in Affalter?
WW: Der Katzenstein mit seiner Rundumsicht.
Wie stehst du zur geplanten Einheitsstadt Silberberg, oder jetzt Aue-Schneeberg?
WW: Ich denke Lößnitz gibt damit seine Identität auf, gegen eine kommunale Zusammenarbeit der Städte ist ja nichts zu sagen.
Wohin würdest du gerne mal in Urlaub hinfahren?
WW: An die Ostsee, dort war ich 1989 das letzt Mal.
Noch ein paar Worte zu zwei Höhepunkten, an denen du mitarbeiten wirst:
WW: Im September dieses Jahres findet das Jubiläum 100 Jahre Methodistische Kirchgemeinde Affalter statt, da wird es eine Festwoche geben.
Im Frühjahr 2011 haben wir 100 Jahre Klöppeln in Affalter, mit einer Ausstellung.
An beiden Jubiläen bin ich mit der geschichtlichen Aufarbeitung beteiligt.
Willfried ich sehe also, trotz Ruhestand als Ortschronist wirst du weiterhin aktiv bleiben.
Dafür wünsche ich dir noch viel Gesundheit und viel Erfolg bei deiner Arbeit.
Die letzte Frage, wer soll als nächstes interviewt werden?
WW: Da schlage ich Ute Voigt vor.
Willfried, vielen Dank für das Interview.

Foto: Das Haus von Willfried Weidlich, zum Dorffest 2004, als 1. Schule von Affalter
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Interview des Monats Dezember:
Mit Bettina Jordan

An dieser Stelle veröffentlichen wir jeden Monat ein aktuelles Interview mit Affalterern, die viele Einwohner kennen.
Kurz vor Weihnachten sprechen wir heute mit der Physiotherapeutin Bettina Jordan aus Streitwald.
Hallo Bettina, der Hübner Andreas hat dich für das Interview des Monats vorgeschlagen, deshalb bin ich gespannt wen du uns heute als nächsten Interviewpartner vorschlägst.
Die erste und wichtigste Frage: Kennst du Affalter24.de?
BJ: Ja, kenne ich. Ich habe schon früher die Bilder vom Dorffest angesehen und so weiter.
Die zurzeit zweiwichtigste Frage: Hast du schon die richtige Weihnachtsstimmung?
BJ: Nein noch nicht ich habe noch so viel auf Arbeit um die Ohren, aber das wird noch.
Bist du eine geborene Affalterin?
BJ: Ja, ich komme von der ehemaligen Wiesenstraße den jetzigen Winkel. Dort bin ich groß geworden. Ich habe da auch noch gewohnt. als ich schon verheiratet war.1987 sind wir in eine Zweizimmerwohnung
Am Katzenstein 4 gezogen. Zwei Jahre später haben wir in der alten
Schule in Streitwald eine Wohnung hergerichtet. Dort war vorher ein Internat drin. Das war schon spannend. Wir mussten sogar die Außenwände trocken legen. 2000 haben wir dann noch mal zwei Jahre gebaut und wohnen seit dem hier.
Ich kenne dich vom SV Affalter wo du die Frauensportgruppe leitest. Wie kommst du zu diesem Posten?
BJ: Das war auch ein wenig kurios. Da war ich erst sechzehn, als die Weißer, Simone und die Pfüller, Rosi die Sache ins Leben gerufen hatten. Kurz danach wurde Simone schwanger. Und weil Rosi als Krankenschwester in Schichten gearbeitet hat, haben sie mich gefragt ob ich mal ein bissel aushelfen könnte. Dann wurde auch Rosi schwanger und so stand ich allein auf weiter Flur. Ich habe dann auch weiter gemacht auch nach Dannys Geburt. Und so habe ich halt immer weiter gemacht. Ich habe sogar zu DDR-Zeiten, in Werdau, noch einen Übungsleiterlehrgang über acht Tage gemacht.
Ich mache das auch gerne, gerade wenn ich sehe, dass ein paar Frauen die von Anfang an mit dabei waren jetzt immer noch mitkommen. Das ist für mich auch eine Bestätigung, dass ich es doch ganz gut auf die Reihe bekommen habe.
Wie lange gibt es die Frauensportgruppe eigentlich?
BJ: Seit 1982, als ich sechzehn war. Das lief zu DDR-Zeiten noch über den DFD, das war der Frauenbund. Dann bekamen wir als BSG-Traktor Affalter einen Fördervertrag vom Kreisverband. Mit dieser Unterstützung sind wir sogar nach Chemnitz zu Wettkämpfen gefahren. Das war für uns schon ein „Highlight“.
Wir haben zu dieser Zeit noch in der Linde geturnt, zwischen Glassplitter und Dreck.
Was meinst du wie wichtig ist ein solcher Verein für unser Dorf?
BJ: Ich finde das schon wichtig. Es treffen sich die Leute aus dem Dorf und reden miteinander, was sonst nicht klappt weil jeder mit dem Auto fährt.
Was hältst du vom Affalterer Dorffest? Ich weiß, dass du dich da sehr einsetzt.
BJ: Also für alle, die organisieren und machen, ist es schon Arbeit aber es ist die Gelegenheit für Jung und Alt sich zu treffen und sich auszutauschen. Ich finde das ist schon
erhaltenswert.
Was glaubst du, muss man in Affalter unbedingt erhalten und was sollte schnellstens anders werden?
BJ: Mir gefällt nicht, dass immer weniger gegrüßt wird. Früher hieß es immer: “De Gusch fällt von allah wieder zu“. Das verlernt man heute immer mehr, und das finde ich schade.
Freust du dich schon auf dem Winter?
BJ: Ja, ich mag den Winter solange ich mit dem Auto raus komme. Es könnte schon mal ein bissel Schnee fallen, dass man mal mit den Läufern raus kann.
Und jetzt fünf Fragen wie aus der Pistole geschossen.
1. Lieblingsmusik: Alles
2. Lieblingssportart: Step-Aerobic
3. Traumurlaub: Finnland. Ruhe pur!
4. Lieblings-Weihnachtsmarkt: Keiner
5. Lieblingsblume: Orchideen
Was möchtest du uns und allen Affalterern noch erzählen?
BJ: Ich sehe auf Arbeit so oft, dass wenige etwas für Ihre Gesundheit tun. Viele sagen: „Ach nach der Arbeit hab ich auch keine Lust mehr“ und immer wieder hört man, wenn die Menschen dann Älter sind: „Warum haben wir nicht mehr für uns getan?“.
So nun die letzte und spannendste Frage: Welchen Affalterer schlägst du als nächsten Interviewpartner vor? Wir haben nämlich beschlossen immer abwechselnd einen Affalterer und eine Affaltererin zu befragen.
BJ: Willfried Weidlich, weil er als Ortschronist so viel Mühe und Zeit investiert. Das finde ich schon gut.
Danke Bettina, wir wünschen dir eine schöne Weihnachtszeit und ein Frohes Fest.
Das Interview führte Michael
Stahr [MS]
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INTERVIEW DES MONATS NOVEMBER 2009:
MIT ANDREAS HÜBNER

Jetzt ist es
schon Tradition, das Interview des Monats auf Affalter24.de.
Diesmal interviewen wir Andreas Hübner, Gärtnermeister in Affalter
und Lößnitz, und zwar auf Empfehlung von Silke Haider, die das
Oktober-Interview gab.
FU: Vielen Dank
Andreas, dass Du Dich zu diesem Interview bereit erklärt hast.
Die wichtigste Frage zuerst: Wie oft hast Du schon mal bei
Affalter24 reingeschaut?
AH: Da muss
ich mich leider meinen Vorgängern anschließen und zugeben, dass ich
das bisher viel zu wenig getan habe. Nachdem ich mir im Vorfeld des
heutigen Gesprächs die Seiten genauer angesehen habe, finde ich das
sehr gut, was da auf die Beine gestellt wurde und werde zukünftig
öfter reinsehen.
Ich sehe es als Ehre an, hier unter den ersten zu sein, die
interviewt werden.
FU: Du bist ein
gebürtiger Affalterer? Oder wo stand Deine Wiege?
AH: Ich bin ein richtiger „Ureinwohner“ von Affalter. Ich wohne
schon immer in der Hauptstr. 9, dort wurde ich vor 50 Jahren
geboren.
Dann kam das übliche: Schule in Affalter. Einen Kindergarten gab es
schon, aber ich habe den nicht besucht. Meine Mutter hat als
Heimarbeiterin gearbeitet und konnte sich so gut um mich und meine
beiden Geschwister kümmern. Ich habe einen jüngeren Bruder und eine
ältere Schwester, beide mit fünf Jahren Altersunterschied.
Damals ist man übrigens noch in die Schule gegangen, also gelaufen.
Da war aber auch noch nicht so viel Verkehr wie heute. Und es gab
viele Apfelbäume die Straße entlang.
Bis zur 8. Klasse war ich in Affalter, danach ging ich in Aue bis
zum Abitur. Anschließend 18 Monate Armee, das war die längste Zeit,
die ich von Affalter weg war.
Eigentlich wollte ich Ledertechnologie in Chemnitz studieren, aber
bei der Armee hatte ich viel Zeit zum Nachdenken, und so kam alles
ganz anders. Ich war auch jahrelang in Affalter beim Fußball und mir hat das
riesig Spass gemacht. musste dann aber viel zu früh aus
gesundheitlichen Gründen dort aufhören.
Und da bist Du gerade zum Gärtnern gekommen? men?
AH: 1980 habe ich
in der Stadtgärtnerei in Aue angefangen, und manchmal nebenbei in
der Schuhfabrik gearbeitet. Der Wunsch, etwas Eigenes zu schaffen
war da, aber es war kein Platz im elterlichen Haus und außerdem war
das nicht gerade ein gewünschtes Vorhaben staatlicherseits.
Ich bekam dann
das Angebot, in die LPG-Gärtnerei Zwönitz zu wechseln. Das war
gerade in der Wendezeit, also 1990. Da stand dann die Frage neu, ob
ich das nicht privat übernehmen könnte und das habe ich dann zum
1.1.1991 getan. Die Wurzel der Gärtnerei Hübner standen in Zwönitz
auf Pachtland in der Parkstraße 12. Seit 1997 bin ich nicht mehr in
Zwönitz, dafür habe ich schon 1990 im elterlichen Waschhaus in
Affalter eine zweite Filiale gegründet und 1993 eine weitere Filiale
in Lößnitz.
Mein Großvater
war übrigens auch Gärtner, aber nicht selbständig, sondern
angestellt. Die Gärtnerei lag mir vielleicht im Blut ...
Was ist die
Spezialität der Gärtnerei Hübner, die „natürlichen“ Gurken und
Tomaten?
Nein, in der
Hauptsache sind das die Schnittblumen. Außerdem haben wir einen
relativ großen Anteil an Grabpflegearbeiten. Die Gurken und Tomaten
kamen nach und nach dazu. Ich freue mich natürlich über die gute
Resonanz. Es schmeckt den Leuten offenbar sehr gut. Und für mich ist
es ein weiteres Standbein.
Wie ich hörte,
bist Du auch gesellschaftlich stark engagiert. Ich denke da an die
Baumschutzkommission und wenn ich mich nicht irre, warst du früher
auch im Gemeinderat?
AH: Der Baumschutz ist sozusagen ein Rudiment aus der Zeit des
früheren Gemeinderates. Da war ich viele Jahre drin. Weil wir am
ehesten vom Fachlichen dazu geeignet waren, habe ich das zusammen
mit dem Frieder Flechsig und Jörg Wittstock übernommen. Ich finde es
nach wie vor gut, dass nicht jeder die Säge ansetzen kann wie er
will, und wenn jemand da ist, der darauf achtet.
Themenwechsel: Welches ist für Dich der schönste Fleck im
Dorf?
AH: Ich glaube, das ist für mich der Katzenstein mit seiner
herrlichen Fernsicht und es ist immer schön da oben. Man müsste sich
mehr Zeit nehmen, öfter dorthin zu wandern ...
Was gefällt Dir
an Affalter und welche Sachen eher nicht?
AH: Da komme ich noch mal auf die Gärtnerei zurück: Vor 20 Jahren
war es nicht nötig, dass man sein Haus einzäunt. Man konnte seine
Deko draußen stehen lassen und morgens war alles noch da. In Lößnitz
haben wir seit diesem Jahr Stacheldraht auf dem Zaun, weil sie
permanent bei uns eingebrochen sind.
Positiv finde
ich das intakte Ortszentrum in Affalter mit der Schule und dem
Sportplatz. Wir haben zwar keine Kinder mehr im schulfähigen Alter,
aber die Schule ist mir wichtig. Vielleicht gehen die Enkelkinder wieder hier zur Schule?
Diese Frage haben wir bisher allen Gästen gestellt und gerade heute
ist sie angesichts des 20-jährigen Jubiläums der Friedlichen
Revolution topaktuell: Wie hast Du die Wende erlebt? Was hast Du vor
20 Jahren gemacht? Wie erinnerst Du Dich daran?
AH: Ich war nicht gleich in den nächsten Stunden nach dem Mauerfall
im Westen, da waren ja auch berufliche Pflichten.
Wir sind dann nach dem ersten Ansturm ca. 3 Wochen später rüber
gefahren.
Das war abenteuerlich! Weil die Autobahn verstopft war, sind wir
über Nebenstraßen bei Glatteis durch das Vogtland gefahren und wir
waren stundenlang unterwegs weil auch einige Flachländler mit
Sommerreifen unterwegs waren.
Diese Fahrt nach Selb mache ich seitdem alle fünf Jahre mit meiner
Frau und man kann nur staunen, wie sich alles verändert hat. Selbst
die Originalroute kann man nicht mehr fahren, weil sich die
Straßenführung geändert hat.
An eine Existenzgründung war damals noch nicht zu denken, es gab ja
nicht nur Euphorie sondern auch Sorge, wie die Zukunft aussehen
würde.
Wie ich weiß, malst Du in deiner Freizeit und hattest sogar
schon eine Ausstellung im Lößnitzer Bürgerhaus, zusammen mit anderen
Künstlern. Wie passt denn das mit der Gärtnerei zusammen?
AH: Gar nicht!
Ich habe aber schon als Jugendlicher gern gemalt. Mein Lehrer Franke
war da ein guter Lehrmeister und ich habe das gern gemacht. Nach der
Schule ist das eingeschlafen und vor ca. fünf Jahren wurde diese
Leidenschaft neu entfacht. Wir waren damals an der Ostsee auf
Kurzurlaub. Da waren wir in einer Gaststätte, die voller
handgemalter Bilder war. Da hatte sich die Wirtin die Gedanken aus
der Seele gemalt. Das war eine Anregung für mich, und meine Frau
hat mich auch darin bestärkt, als Gegenpol zur Arbeit, sozusagen als
Ausgleich, wieder mit dem Malen anzufangen. Man kann da wunderbar
abschalten.
Was machst Du mit den ganzen Bildern, verkaufen?
AH:
(lacht) Ich
bin noch nicht auf dem Höhepunkt meiner Schaffensperiode und die
wenigen Bilder verschenke ich zu gegebenen Anlässen.
Jetzt noch fünf
ganz spontane Fragen:
1- Dein
Lieblings-Sportverein? FC Erzgebirge Aue, das ist wohl klar
2- Dein
Lieblings-Film? „Der Clou“ mit Paul Newman
3- Dein
Lieblings-Fernsehsender? nicht RTL, eher Arte oder 3Sat, also
Kultursender
4- Dein
Lieblings-Farbe ist grün? richtig
5- Dein
Lieblings-Essen? (er überlegt sehr lange, ob er den Telefonjoker
nimmt und seine Frau anruft) Zunge mit Spargel
Was würdest du
gern selbst noch von Dir erzählen?
AH: Ich bin seit
Ewigkeiten (mittlerweile seit 29 Jahren) mit derselben Frau
verheiratet. Meine Frau Ramona kennt ja jeder, sie managt den Laden
in Affalter.
Im Jahr 1983 wurde unsere Tochter Romy geboren. Sie ist
Kundenberaterin bei der Sparkasse und glücklicherweise in der Region
geblieben. Sie ist in der Nähe und das freut mich und meine Frau.
Meine Frau habe ich vor über 30 Jahren in der Schuhfabrik kennen und
lieben gelernt.
Was glaubst Du,
wer als Nächster hier interviewt werden könnte? Du hast jetzt die
schwierige Aufgabe, eine Dame aus Affalter hier vorzuschlagen!
AH: Wir springen
mal in den Streitwald und ich schlage die Bettina Jordan vor. Sie
engagiert sich als Physiotherapeutin sehr für den Sport und die
Gesunderhaltung
Ich bedanke mich
ganz herzlich für das Gespräch und dass Du Dir die Zeit genommen
hast.
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INTERVIEW DES MONATS OKTOBER 2009:
MIT
SILKE HAIDER

Jetzt ist es schon Tradition, das Interview des Monats auf Affalter24. Diesmal interviewen wir Silke Haider, die hiesige Schuldirektorin, und zwar
auf Empfehlung von Willi Kreutel, der das September-Interview gab.
FU: Hallo Silke, vielen Dank, dass Du Dich zu diesem Interview bereit erklärt hast.
Die wichtigste Frage zuerst: Wie oft hast Du schon mal bei Affalter24 reingeschaut?
SH: Ehrlich gesagt, noch nicht allzu oft, aber das wird sich ab sofort ändern.
In Vorbereitung auf das heutige Gespräch habe ich mir die Seite
natürlich angeschaut und ich war überrascht, wie vielfältig die
Inhalte sind. Die Affalterer Grundschule ist ja häufig erwähnt und
ich werde mich zukünftig mit diesem Thema bei Affalter24 einbringen.
FU: Wenn ich nicht irre, bist Du auch eine „Zugezogene“. Wo hast du Deine
Kindheit und Jugend verbracht?acht?
SH: In Thalheim,
der alten Strumpfwirkerstadt, bekannt durch das Esda-Werk. Ich bin
eine gebürtige Thalheimerin und als Einzelkind aufgewachsen.
Mein Lieblingsplatz war das Freibad in Thalheim mit seiner seltenen 100m-
Bahn.
Dort habe ich
viel Zeit verbracht, da ich im Verein geschwommen bin und später
eine Rettungsschwimmerausbildung gemacht habe. Außerdem habe ich
auch Handball gespielt; war also sportlich ziemlich aktiv.
Ich habe in
Thalheim die 10. Klasse absolviert. Das Abi habe ich nicht
gebraucht, weil es keine Voraussetzung für das Lehrerstudium war.
Ich wollte von Anfang an Unterstufenlehrerin werden und habe von
1982 bis 1986 das Institut für Lehrerbildung in Rochlitz besucht.
Meine erste Anstellung war an der Anton-Ackermann- Schule, damals
eine polytechnische Oberschule, in meiner Heimatstadt Thalheim. Zu
dieser Zeit habe ich auch meinen Mann Jürgen kennen gelernt, das war
damals im legendären Amorsaal in Mülsen.
1988 haben wir
geheiratet und ich habe unser erstes Kind, den Florian, bekommen.
Wir sind dann nach Lößnitz ins Neubaugebiet gezogen und Jürgen hat
im gleichen Jahr an der Affalterer Schule angefangen. Ich war damals
im Babyjahr. Seit 1994 sind wir in unserem Haus in Affalter. 1995
wurde unser zweiter Sohn, Maximilian, geboren.oren.
War Lehrerin Dein Traumberuf?
SH: Ja, mich hat
schon immer die Arbeit mit Kindern fasziniert. Etwas anderes kam
nicht in Frage.
In allen
bisherigen Interviews kam zum Ausdruck, dass der Erhalt der
Grundschule in Affalter als ganz wichtig eingeschätzt wurde. Du
stehst ja nun mittendrin im Geschehen und wirst sicher keine andere
Meinung dazu haben. Wie schätzt Du das ein? Ist „die Kuh vom Eis“
oder müssen die Affalterer immer noch um den Erhalt der Schule
bangen? In den letzten Jahren haben sich ja die Schülerzahlen
stabilisiert?
SH: Im Moment ist
der Erhalt der Schule gesichert. In den folgenden Jahren könnte sich
aber die demografische Entwicklung zu einem Problem entwickeln.
Nächstes Jahr haben wir aber so viele Schulanfänger, wie lange nicht
mehr, nämlich 20 nur aus Affalter. 15 werden für die Klassenbildung
benötigt, es kommen aber sicher auch noch Anmeldungen aus Lößnitz,
wie in den letzten Jahren.
Schuldirektorin zu sein ist ja auch in einem
so einem kleinen Dorf wie Affalter eine große Verantwortung. Wie
viel Personal ist eigentlich mit Dir zusammen für die Grundschüler
zuständig?
SH: Ich habe noch
drei Kolleginnen und einen Kollegen zur Seite, sowie eine
Sekretärin, zwei technische Kräfte und einige Mitarbeiter für
Ganztagsangebote.
Die Lehrkräfte
Frau Beyer, Frau Teichert, Frau Krutzsch und Herrn Ehrig kennen ja
sicher viele im Dorf, genauso wie die Sekretärin Frau Pöschmann.
Wir haben vier
Klassenzimmer, einen Werkraum einen Sportraum, allerlei Nebengelass
und ein großzügiges Außengelände, das Biotop nicht zu vergessen,
also beste Voraussetzungen für ein entspanntes Lernen. Zu erwähnen
ist hier auch der Hort, zu dem eine enge Kooperation besteht.
Wie ist das Verhältnis zwischen Ganztagsschule und Hort?
SH: Die
Ganztagsschule deckt nicht alles ab. Die Kinder suchen sich aus dem
vielfältigen Angebot selbst aus, was sie interessiert.
Die Eltern können sicher sein, dass die Kinder auch im Hort gut
betreut werden, auch früh vor Schulbeginn. Die Kinder können vom
Hort zur Ganztagsschule wechseln. Das Ziel ist es, spezielle Talente
und Interessen zu fördern.
Und was hat es mit dem vielzitierten „Lößnitzer Bildungsweg“
auf sich?
SH: Dieser wurde 2006
von der Stadt Lößnitz initiiert, mit dem Ziel, die Qualität der
Bildung zu erhöhen. Insbesondere sollen für alle Schüler
Schnittstellen vermieden werden und es sollen Nahtstellen entstehen.
So z.B. beim Übergang zwischen Grund- und Mittelschule bzw.
Gymnasium. Alle Lößnitzer Bildungseinrichtungen haben sich da
eingebracht.
Jetzt soll daraus
ein Verein entstehen, der das ursprünglich auf zwei Jahre befristete
Projekt weiterführen wird.
Der Erhalt der
Affalterer Schule ist der damaligen Elterninitiative zu danken,
woraus sich dann der „Förderverein Schule, Kindergarten, Hort“
gebildet hat, und natürlich auch der Stadt Lößnitz, die über
schwierige Zeiten hinweggeholfen hat.
So eine kleine Schule hat auch viele Vorteile, es ist eine viel
individuellere Arbeit mit den Schülern möglich.
Und es ist eine
Schule für den ganzen Ort: Es gibt nach Schulschluss viele
Aktivitäten von Affalterern. So nutzen die Klöpplerinnen und
Sportgruppen wie das Frauenturnen die Räumlichkeiten.
Die Schule ist ja
die letzte Institution, die vom ehemals eigenständigen Dorf Affalter
übriggeblieben ist.
Ich möchte hier
ganz besonders dem Förderverein danken. Dort arbeiten auch Leute,
die schon keine Kinder mehr in der Schule haben. Zu erwähnen sind
vor allem Christina Neubert und Willi Kreutel, die eine unschätzbare
Hilfe darstellen.
Themenwechsel: Welches ist für Dich der schönste Fleck im
Dorf?
SH: Der Streitwald, da bin ich sehr oft, sobald es meine Zeit zulässt.
Nicht zu
vergessen die Naturherberge, da hat man einen herrlichen Blick auf
das ganze Unterdorf, aber auch bis nach Schneeberg.
Was gefällt Dir an Affalter und welche Sachen eher nicht?
SH: Die landschaftliche Schönheit ist sehr reizvoll. Und die Freundlichkeit
der Leute.
Direkt Negatives fällt mir nicht ein.
Diese Frage haben
wir bisher allen Gästen gestellt und gerade heute ist sie angesichts
des 20-jährigen Jubiläums der Friedlichen Revolution topaktuell: Wie
hast Du die Wende erlebt? Was hast Du vor 20 Jahren gemacht? Wie
erinnerst Du Dich daran?
SH: Ich war mit
Florian im Babyjahr zu Hause. An der Affalterer Schule herrschte zu
dieser Zeit fast Anarchie. Die damalige Direktorin wurde von den
Lehrern abgewählt und mein Mann Jürgen wurde zum Schulleiter
gewählt. Ich selbst war nicht an der Schule, aber habe das natürlich
direkt miterlebt. Was damals plötzlich alles möglich war, ist schon
erstaunlich.
Bleibt Dir neben der Schule eigentlich Zeit für Hobbys?
SH: Ja, ich lese
viel, arbeite im Garten, koche auch ganz gerne und mache Nordic
Walking. Im Winter stricke ich gern oder gehe zu Frau Puschmann
töpfern.
Jetzt noch fünf ganz spontane Fragen:
1- Deine Lieblings-Sportart? Schwimmen
2- Dein Lieblings-Urlaubsziel? Die Ostsee, und da der Darß
3- Deine Lieblings-Musik? Reinhard Mey
4- Dein Lieblings-Gericht? Buttermilchgetzen
5- Deine Lieblings-Stadt? Dresden, weil es dort einfach schön ist
Was würdest du gern selbst noch von Dir erzählen?
SH: Mehr gibt’s im Moment nicht zu sagen.
Was glaubst Du,
wer als Nächster hier interviewt werden könnte? Du hast jetzt die
schwierige Aufgabe, einen Affalterer vorzuschlagen!
SH: Ich habe mir
schon Gedanken gemacht und schlage den Andreas Hübner, unseren
Gärtner im Dorf, vor. Ich finde gut, wie er sein Geschäft aufgebaut
hat und erfolgreich betreibt und vor allem, weil man dort immer
freundlich bedient wird.
Ich bedanke mich ganz herzlich für das Gespräch und dass Du Dir die Zeit dafür genommen
hast.
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INTERVIEW DES MONATS SEPTEMBER 2009:
MIT WILLI KREUTEL

An dieser Stelle veröffentlichen wir jetzt jeden Monat ein aktuelles
Interview mit Affalterern, die viele Einwohner kennen.
Im fünften Interview sprechen wir heute mit Willi Kreutel.
„Glück auf“ Willi, Rosi Wuth hat dich für das Interview
vorgeschlagen, deshalb bin ich gespannt, wen du heute als nächsten
Interviewpartner vorschlägst aber dazu später. Als Mitgestalter von
Affalter24 möchte ich gerne von dir wissen wie du zu unserer
Internetseite gekommen bist.
WK: Ich war schon immer viel im Internet unterwegs, dabei stieß ich
auf die Seite, www.affalter24.de, von Frank Ulbricht. Allerdings
waren immer seltener aktuelle Artikel auf der Homepage. Bei der
Vorbereitung zum Dorffest in Affalter animierte mich Frank zum
Mitmachen. Seitdem bin ich mit dabei.
Eigentlich wollte ich eine eigene Seite machen, den Namen hatte ich
schon reserviert. Habe mich aber dann zur Zusammenarbeit mit Frank
entschlossen und ich denke wir sind ein eingespieltes Team
geworden.
Bist du ein geborener Affalterer?
WK: Ja, ich wohne seit Geburt in Affalter, im elterlichen Haus, Ende
der 80-ziger Jahre haben wir das 200 Jahre alte Fachwerkhaus
abgerissen und ein neues Haus gebaut. Eigentlich schade um das alte
Fachwerkhaus, aber es war nicht zu retten.
Das bemerkenswerte daran, es hat ungefähr 5 Jahre gedauert, weil wir
alles selbst gemacht haben, das kann man sich heute nicht mehr
vorstellen.
Während des Hausbaus habe ich mal knapp 2 Jahre in Zwönitz gewohnt,
damals war mein Sohn gerade auf die Welt gekommen und es war eine
schöne Zeit.
Wie kommst du zu deinem Beruf?
WK: Gelernt habe ich Elektronikfacharbeiter im Messgerätewerk
Zwönitz, mit 26 Jahren wurde ich zu den Bausoldaten (ohne Waffe)
eingezogen. Bei den Bausoldaten waren wir immer draußen, danach ist
mir im Messgerätewerk die Decke auf dem Kopf gefallen, ich wollte
einfach nicht mehr den ganzen Tag in einer Fabrik eingesperrt sein.
So bin ich damals zum DRK Krankentransport und 1996 zu den
Johannitern gekommen. Nach der Wende habe ich mich zum
Rettungsassistenten qualifiziert.
Eine abwechslungsreiche und verantwortungsvolle Arbeit, die auch
ständige Weiterbildung verlangt. Man weiß nie was der Tag bringt.
Ich weiß jetzt von Dir, Du arbeitest als Rettungsassistent und bist
bei Affalter24 mit dabei. Erzähle mal was du in deiner Freizeit so
machst.
WK: Durch meinen Beruf habe ich leider sehr wenig Freizeit. Wir
arbeiten in 12 Stunden-Schichten. Ich fahre gerne mit dem Fahrrad
und im Winter Ski oder Snowboard. Ansonsten sitze ich „eigentlich
zu viel“ vor meinem Computer. Gerne besuche ich Vorträge von
Weltreisenden, oder Bergsteigern, fremde, entfernte Kulturen
interessieren mich.
Wie siehst du die Entwicklung von Affalter? Was findest du gut und
was weniger toll?
WK: Ich bin da relativ zufrieden. Wir haben eine Grundschule, einen
Sportplatz und ein schönes Freibad. Ich freue mich auch, dass nun
endlich die Herberge saniert wird. Ich finde auch die „30“ vor der
Schule, die wir jetzt endlich haben, in Ordnung. Was definitiv noch
verbessert werden kann ist die Dorfstraße. Die viele Wellen und
Risse, da sollte vor dem Winter noch etwas getan werden.
Persönlich stört mich die Raserei mit den Motorrädern auf der
Äppelallee, manchmal denkt man, dort oben ist der Sachsenring. Die
Kreuze sprechen wohl eine eigene Sprache.
Als politisch aktiver Affalterer finde ich, es müssten sich noch
mehr Leute für den Ortsteil Affalter und Lößnitz engagieren und
nicht erst loslaufen, wenn ihnen die Probleme auf die Füße fallen.
Jüngstes Beispiel, die Biogasanlage.
Aber die Gleichgültigkeit ist eben zu groß, das hat auch die
Wahlbeteiligung der letzten Wahlen zum Ausdruck gebracht, nicht mal
die Hälfte der Affalterer war wählen.
Weiterhin möchte ich mit der Interessengemeinschaft gegen den
Standort der Biogasanlage erreichen, dass die Anlage in Zwönitz im
Gewerbegebiet gebaut wird, was eigentlich viel vernünftiger wäre,
und dass die Altdeponie ordentlich saniert wird.
Was würdest du als Ortschafts- und Stadtrat gerne bewegen?
WK: Wir wollen als Ortschaftsrat für die Probleme der Affalterer
Bürger da sein. Natürlich soll das Freibad langfristig erhalten
bleiben.
Jetzt sitze ich auch im Stadtrat und möchte mich dort
verantwortungsvoll und unabhängig von Parteipolitik für die Stadt
Lößnitz einsetzen.
Wie bist Du zum Kommunalpolitiker geworden?
WK: Die Affalter Schule wurde für viel Geld saniert, mein Sohn war
gerade in die Schule gekommen und ein Jahr später sollte sie wegen
zu wenigen Schülern geschlossen werden.
Betroffene Eltern haben sich zusammengetan, den Förderverein
Kindergarten, Schule, Hort Affalter e. V. gegründet und sich für
den Erhalt der Schule eingesetzt. Das ist uns zusammen mit Lößnitz
gelungen.
Der Förderverein Kindergarten, Schule, Hort Affalter e.V. stellt
inzwischen größtenteils auch den Ortschaftsrat und seit den
Kommunalwahlen bin ich im Stadtrat.
An dieser Stelle möchte ich Tobias Decker danken, der die zwei
vorangegangenen Wahlperioden für unseren Schulverein im Stadtrat
war.
Und jetzt fünf spontane Antworten:
1.Lieblingsband? Da
bin ich mehr für Liedermacher, zum Beispiel Heinz Rudolf Kunze,
Klaus Lage
2.Lieblingsjahreszeit? Frühjahr und schneereicher Winter
3.Traumurlaub? eine Trekkingtour durch Tibet.
4.Lieblingsgaststätte? Moosheide
5.Lieblingsort in Affalter? Katzenstein als höchsten Punkt von
Affalter
So dann die letzte Frage: Wen schlägst du als nächste
Interviewpartnerin vor? Wir haben nämlich aus Gründen des
Gleichbehandlungsgesetzes entschieden, immer abwechselnd einen Mann
und eine Frau hier im Interview des Monats zu befragen. Und der
jeweilige aktuell Interviewte unterbreitet den nächsten Vorschlag!
Jetzt musst Du also jetzt bitte eine Affaltererin auswählen!
WK: Ich schlage Frau Haider als Direktorin der Grundschule Affalter
vor.
Willi, ich bedanke mich für Deine Zeit und vergesse nicht, mal
wieder einen schönen Artikel zu schreiben.
Das Interview führte Michael Stahr [MS]
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INTERVIEW DES MONATS AUGUST 2009: MIT
ROSI WUTH

An dieser Stelle veröffentlichen wir jetzt jeden Monat ein aktuelles
Interview mit Affalterern, die viele Einwohner kennen.
Heute sind wir schon beim vierten Interview angelangt, diesmal mit
Rosemarie Wuth, der früheren Inhaberin des „Schönburg´schen Hofes“.
Hallo Rosi, hier noch mal die Gepflogenheiten dieses Interviews: Die
Teilnahme ist freiwillig und am Ende des Interviews stehst Du vor
der wichtigen Frage, wen Du als nächsten Gast hier vorschlägst.
Vielen Dank, dass Du dich zu diesem Interview bereit erklärt hast.
Die wichtigste Frage zuerst: Du hast Dir sicher im Vorfeld die
anderen Interviews bei Affalter24 angeschaut, wie ist Dein Eindruck
von der Seite?
RW: Ganz gut! Man kennt ja sein Dorf und doch gibt es immer wieder
Neuigkeiten. Für unsere Gäste, die ja vor allem auch aus den
Nachbardörfern kommen, ist das aber sicher interessant.
Vielleicht kannst Du mal als Orientierung für auswärtige Gäste eine
Affalter24-Visitenkarte aushängen.
Der Schönburgsche Hof ist ja nun schon 108 Jahre im Familienbesitz.
Wie viele Jahre hattest Du dabei in Deiner Verantwortung?
RW: Das waren 24 Jahre, also von 1977 bis 2000. Nach zehn Jahren
Mitarbeit im elterlichen Geschäft hatten mein Mann und ich 1977 die
Leitung der Gaststätte übernommen.
War das von vornherein klar, dass Du ins Gastgewerbe gehst oder
hattest Du erst etwas anderes gelernt. Sag doch mal ein paar kurze
Worte zu Deinem Lebenslauf.
RW: Nein, gelernt habe ich Postbetriebsfacharbeiterin. Aber mal ganz
von vorn. Mein Lebenslauf:
Am 14. Juli 1943 wurde ich hier im Haus geboren.
Ich bin eine geborene Pöschmann und war die einzige Tochter nach
zwei Brüdern.
Hier in Affalter verlebte ich auch meine Kindheit. Da in unserem
Haus die Bahn- und Postversorgung für den Ort ansässig waren,
entschloss ich mich, nach der mittleren Reife eine dreijährige
Ausbildung eben zur Postbetriebsfacharbeiterin zu machen. 1962
heiratete ich meinen Mann Jürgen, der im Meßgerätewerk Zwönitz als
Justierer tätig war. Wir hatten drei Kinder und lebten glücklich und
unbeschwert. 1977 übernahmen wir die elterliche Gastwirtschaft.
Damals gab es monatliche Tanzabende und viele Brigadefeiern. Dank
des Organisationstalents meines Mannes, der aus der ganzen DDR
„Bück-Dich-Waren“ besorgen konnte, waren wir schnell über die
Grenzen des Ortes bekannt.
Nach dem plötzlichen Tod meines Mannes hat mein Sohn Mirko die
Gaststätte unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten
weitergeführt. 2001, im 100. Jahr unseres Bestehens, habe ich ihm
das Geschäft in die nun vierte Generation überschrieben.
Seit dem arbeite ich noch voll im Geschäft mit und hoffe, dass ich
auch als Rentnerin noch lange mithelfen kann, unsere Landgaststätte
als attraktive Einkehr zu erhalten.
Die Gaststätte war und ist ja quasi noch ein Hauptinhalt Deines
Lebens. Was hat sich da verändert? Heute ist der „Bahnhof“ ja eher
ein vornehmes Restaurant?
RW: Da hat sich einiges verändert. Warmes Essen gab es zwar schon
immer bei uns, aber früher war die Dorfgaststätte das Zentrum nach
der Arbeit. Wenn der Schichtbus abends dreiviertel elf die Arbeiter
brachte, wurde erst noch mal richtig auf ein Bier eingekehrt.
Der Gasthof hat eine bewegte Geschichte. Namensgeber waren wohl die
Fürsten bzw. Lehnsherren zu Schönburg-Hartenstein und Kloster
Grünhain, die die damalige Pferde-Ausspanne mit Ausschank schon
genutzt haben sollen. 1901 hat mein Großvater von der Eisenbahn das
neu gebaute Gebäude, genannt „Zur Haltestelle“ erworben und ihm nach
ausführlichen Recherchen den Namen „Schönburgscher Hof“ gegeben. Der
Gasthof befindet sich also von Beginn an im Familienbesitz.
Im Krieg waren Flüchtlinge hier einquartiert und selbst heute
bekommen wir noch dankbare Post von ehemaligen Bewohnern, die uns
bestätigten, dass bei Pöschmanns niemand hungrig fortgeschickt
wurde.
In der Wismut-Zeit hatten wir dann 30 Bergleute im Saal
einquartiert.
Apropos Saal: Ich hatte kürzlich die Baustelle im Saal gesehen. Was
tut sich da und wann kann man das Endergebnis besichtigen?
RW: Der Saal wurde gerade vollständig renoviert und eine neue Bar
wurde eingebaut. Bereits am 8. August hatten wir einen Probelauf mit
der Einschulung unserer Annakatharina, meiner Enkelin.
Im Herbst werden wir zur ersten öffentlichen Veranstaltung laden,
einer Hochzeitsmesse. Der Termin dafür ist der 11. Oktober.
Themenwechsel: Was würdest Du in Affalter verändern, wenn Du die
Macht und das Geld dafür hättest?
RW: Im Großen und Ganzen eigentlich nichts. Ich würde alles dafür
tun, dass die Schule erhalten bleibt. Als 6-fache Großmutter weiß
ich, wie wichtig die Schule im Dorf ist. Wichtig wäre ein
Kindergarten. Die Maxhütte wurde ja ganz ordentlich angerichtet.
Also keine Kritik?
RW: Nein, ich habe nichts zu kritisieren. Ich bin stolz auf
Affalter. Erwähnen möchte ich ganz besonders noch das Freibad, auch
wenn dieses Jahr kein so gutes Wetter den Umsatz trübt.
Wie hast Du die Wende erlebt? Was hast Du vor 20 Jahren gemacht?
Frank Scharschmidt hat ja davon berichtet, dass er direkt von einer
Tanzveranstaltung hier nach Westberlin aufgebrochen ist. Wie ging es
Dir?
RW: Wir hatten Tanz und auf einmal war der Tanzsaal leer. Die Wende
habe ich mit großer Freude und Begeisterung erlebt, vor allem, dass
alles ohne Blutvergießen abging. Mein Sohn Mirko hat alles hautnah
erlebt. Er war im Urlaub und war in unmittelbarer Nähe von Berlin.
Am 10. November 1989 war sein erster Besuch in Westberlin, dabei war
er bis August 1989 noch Grenzsoldat...
Was machst Du am Ruhetag und in Deiner Freizeit?
RW: Für Hobbys bleibt keine Zeit. Ich gehe zwar regelmäßig in die
Sauna, aber es gibt auch immer genug zu tun. Ich wandere und singe
gern.
Jetzt noch fünf ganz spontane Fragen, wie aus der Pistole
geschossen:
1- Dein Lieblings-Film? Da fällt mir keiner ein. Ich sehe gern
historische Filme
2–
Deine Lieblingsmusik? Klassik und Pop
3- Wo shoppst Du am liebsten? In Zwönitz und Stollberg, das sind
schöne Innenstädte
4- Deine Lieblingsfarbe? Erdfarben
5- Deine Lieblingsjahreszeit? Alle Jahreszeiten, ich kann mich da
nicht festlegen, jede Jahreszeit hat ihren Reiz
Was würdest Du von Dir aus gern noch erzählen?
RW: Ich bin stolz und dankbar, dass Mirko es ermöglicht hat, den
Gasthof in die vierte Generation zu führen. Als mein Mann so
plötzlich starb, hat er sich richtig reingekniet und hat sich mit
der Unterstützung von Freunden und Bekannten viel Wissen angeeignet.
Er hat dafür sein Medizinstudium geopfert, er hatte schon einen
Studienplatz.
Was glaubst Du, wer als Nächster hier interviewt werden könnte? Wir
haben nämlich aus Gründen des Gleichbehandlungsgesetzes
entschieden, immer abwechselnd einen Mann und eine Frau hier im
Interview des Monats zu befragen. Und der jeweilige aktuell
Interviewte unterbreitet den nächsten Vorschlag! Jetzt musst Du also
jetzt bitte einen Affalterer auswählen!
RW: Mir fällt da ganz spontan der Willi Kreutel ein, mit seinem
Engagement für das Dorf, aber insbesondere für die Schule und in der
Biogas-Angelegenheit. Das ist lobenswert.
Liebe Rosi, Danke dass Du Dir Zeit genommen hast für dieses kurze
Interview. Am 15. August geht es online. Bitte vergiss nicht, ab und
zu mal bei Affalter24 reinzuschauen.
Das Interview führte
Frank Ulbricht
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INTERVIEW DES MONATS JULI 2009: Frank Scharschmidt,
Dachdeckermeister

An dieser Stelle veröffentlichen wir jetzt jeden Monat ein aktuelles
Interview mit Affalterern, die viele Einwohner kennen.
Heute sind wir schon beim dritten Interview angelangt, diesmal mit
Frank Scharschmidt, einem alteingesessenen Affalterer.
Hallo Frank, Du kennst die Gepflogenheiten dieses Interviews: Die
Teilnahme ist freiwillig und am Ende des Interviews stehst Du vor
der wichtigen Frage, wen Du als nächsten Gast hier vorschlägst.
Vielen Dank, dass Du dich zu diesem Interview bereit erklärt hast.
Die wichtigste Frage zuerst: Hast Du schon mal bei Affalter24
reingeschaut?
FS: Nein. Du musst wissen, dass ich kein Internetfreund bin. Mit
Computern habe ich nicht viel am Hut, das macht alles meine Ines.
Aber das Interview schaue ich mir auf jeden Fall an.
Das wäre ja ein guter Anfang! Da wir uns schon viele Jahre kennen,
fällt es mir schwer, die „richtigen“ Fragen zu stellen, die die
Affalterer interessieren.
Du bist ein gebürtiger Affalterer?
FS: Ja, ich wohne seit meiner Geburt 1961 in Affalter.
Einige kurze Angaben zu deinem Lebenslauf?
FS: Ich wurde als viertes von vier Kindern und als einziger Sohn und
Zwilling geboren. Bin bis zur 8. Klasse in Affalter zur Schule
gegangen. Die Klassenzimmer waren vorhanden, da gab es noch nicht so
viel Stress mit Fluchtwegen usw.
Die 9. und 10. Klasse habe ich in Lößnitz besucht und dann drei
Jahre Dachdecker gelernt, logisch, weil mein Vater eine
Dachdeckerei hatte.
Dann war ich eineinhalb Jahre bei der Armee, ich war EK 81/2. Habe
dann meinen Dachdecker-Meister abgelegt.
Du hast schon zu DDR-Zeiten die Firma deines Vaters übernommen. Da
warst Du ja noch sehr jung. War das eine große Bürde für Dich?
FS: Das war 1986. Ich war 24 , als mein Vater mit 60 gestorben ist.
Meine Mutter hat nicht mit im Geschäft gearbeitet, so musste ich
ran. Das Schwierigste war die Umstellung zur Schreibtischarbeit,
aber Berufskollegen haben mir geholfen und die vom Staat
festgesetzten „Einheitspreise“. Von Anfang an wurde ich im Ort gut
akzeptiert.
Aber die Familie hat Dich ordentlich unterstützt? Wo hast Du
eigentlich Deine Ines kennen gelernt?
FS: Das war im Bekleidungswerk Lößnitz, wo wir immer unser Frühstück
und Mittagessen eingenommen haben. Sie hat dort im Büro gearbeitet.
1983 haben wir geheiratet und voriges Jahr war Silberhochzeit.
Wie hast Du die Wende erlebt? Was hast Du vor 20 Jahren gemacht?
FS: Mein erster Eindruck: Kurz nach der Grenzöffnung sind wir nachts
nach Berlin zu meiner Schwester gefahren. Da war gerade Tanz beim
„Starkbier“. Nachts um eins ging es los mit drei oder vier Autos.
Wir waren ungefähr 15 Leute aus Affalter. Bei meiner Schwester
angekommen war ich zuerst allein oben und habe ihr gesagt, „es sind
fei noch 15 Mann unten!“. „Na alle rauf“, war die Antwort, und alle
haben erst mal gefrühstückt. Das vergisst man nicht.
Gefahren habe ich damals einen Skoda 120 LS. Meine Trabantbestellung
war damals fällig über ein Förderprogramm für Firmen und ich habe
mir einen x-beliebigen ausgesucht, wie er aussah war mir egal. Ich
hatte schon vorher eine Anzeige aufgegeben „Verkaufe neuen Trabant –
suche Skoda!“
Die Wende war eine Umstellung. Von der DDR zur BRD und zehn Jahre
später zum Euro. Alles Sachen, wo die Leute verunsichert waren.
Zu DDR-Zeiten hatten wir sechs Gesellen und haben nur Dacharbeiten
ausgeführt, keine Klempnerarbeiten. Nach der Wende waren wir bis zu
28 Gesellen, heute sind es noch zehn. Die Dächer werden langsam
fertig, da werden wir uns auf diese Größe einpegeln.
Wichtig ist mir der gute Kontakt zu meinen Kunden. Wir finden immer
eine Lösung!
Von 1995 bis 1997 haben wir unseren Betriebssitz an den Bahnhof
verlagert, das Gebäude kennt wohl jeder.
Die Firma Scharschmidt besteht übrigens in der 3. Generation. 1934
hat Albert Scharschmidt, mein Großvater, die Dachdeckerei gegründet,
Georg Scharschmidt, mein Vater, hat sie weitergeführt. Und seit 1986
mache ich es.
Du bist ja ziemlich aktiv und ehrenamtlich tätig, so u.a. als
Präsident des SV Affalter und im Ortschaftsrat. Was habe ich
vergessen?
FS: Im Ortschaftsrat war ich rund zehn Jahre tätig, jetzt aber nicht
mehr. Ich habe mich nicht mehr aufstellen lassen. Ich denke, die
Wichtigkeit des Ortschaftsrates lässt nach, weil im Lößnitzer
Stadtrat einige gute Leute aus Affalter sitzen, die die Affalterer
Interessen vertreten.
Und wie du weißt, bin ich auch im Schützenverein Affalter ziemlich
aktiv.
Was gefällt Dir an Affalter und welche Sachen eher nicht?
FS: Mir gefällt der dörfliche Charakter. Wir haben einen guten
Zustand der Infrastruktur, der Gehweg und die Strassen sind in
Ordnung.
Ich finde es gut, dass Leute herziehen, wenn Sie sich auch im Dorf
mehr engagieren könnten.
Sonst ist alles in Ordnung, wir haben eine Schule im Ort, nur beim
Kindergarten hätte vielleicht eine bessere Lösung gefunden werden
können. Schlecht, dass es keinen Kindergarten mehr gibt in der
Maxhütte wäre sicher ein guter Platz gewesen.
Ganz negativ finde ich die vielen alten alte Geräte und Fahrzeuge,
die im Ort von Bauern abgestellt wurden und manchen Fleck
verschandeln.
Deine Hobbys, ich weiß, dass Du Fußballfan bist und viele Tiere
hältst?
FS: Das ist mein
Grundstück, meine Hasen und Schafe, zehn Hühner und ein Hahn. Zu den
Tieren bin ich gekommen weil schon mein Opa welche hatte. Zu
DDR-Zeiten war ich sogar im Hasenverein.
Beim Fußball bin ich in Affalter und Aue zu sehen.
Wie geht es mit dem Affalterer Fußball weiter? Ich hörte, dass es
personelle Veränderungen gibt?
FS: Wir haben etwas umstrukturiert. Mannschaftsleiter ist jetzt
Hendrik Degenkolb, der sich gut mit der Mannschaft auskennt und das
alles gut im Griff hat. Jürgen Reuther wird mir als Vertreter zur
Seite stehen. Wir halten uns gut in der Kreisliga! Wir haben da mit
dem 4. Platz abgeschlossen.
Wir bieten ja allen Vereinen in Affalter an, sich auf Affalter24 zu
präsentieren. Gerade für den SV Affalter 1990 e.V. wäre das ja eine
gute Möglichkeit, Spiele anzukündigen und Ergebnisse einzustellen.
Könnt Ihr Euch da eine Zusammenarbeit vorstellen?
FS: Das wäre sicher gut. Ich werde mal sehen, wer das in die Hand
nehmen kann. Der SV Affalter hat ja keine eigene Webseite.
Da bin ich ja gespannt, ob sich jetzt was tut. ich freue mich auf
eine gute Zusammenarbeit.
Jetzt noch fünf ganz spontane Fragen, wie aus der Pistole
geschossen:
1 - Dein Lieblings-Urlaubsort? Ahrenshoop
2 –
Dein Lieblingsgericht? Roulade mit Klößen
3 - Deine Lieblingsbeschäftigung? Garten und Tiere
4 - Deine Lieblingsplatz im Dorf? Am Promille-Weg, die
Insider wissen, wo das ist
5 - Deine Lieblings-Automarke? VW – da habe ich eine ganze
Flotte
Was würdest Du von dir aus gern noch erzählen?
FS: ich bin glücklich, dass ich mit Ines zusammen bin. Nun schon 26
Jahre. Vicky ist 25 und arbeitet als Filialleiterin in einem
Chemnitzer Reisebüro.
Luisa, unser zweites Kind, ist 12 Jahre alt und wird wohl mal was
mit Kindern machen. derzeit besucht sie das Gymnasium in Zwönitz.
Ob das Geschäft in die 4. Generation geht, ist noch nicht ganz
sicher, aber es gibt Hoffnung mit einem Schwiegersohn.
Was glaubst Du, wer als Nächster hier interviewt werden könnte? Wir
haben nämlich aus Gründen des Gleichbehandlungsgesetzes
entschieden, immer abwechselnd einen Mann und eine Frau hier im
Interview des Monats zu befragen. Und der jeweilige aktuell
Interviewte unterbreitet den nächsten Vorschlag! Jetzt musst Du also
eine Dame aus dem Ort auswählen!
FS: Da schlage ich die Wuth, Rosi vor, weil sie eine
alteingesessene Geschäftsfrau im Dorf ist und diese Aufmerksamkeit
garantiert verdient hat.
Das ist doch ein Wort. Ich wollte schon lange wieder mal bei der
Rosi ein Bier trinken!
Lieber Frank, ich danke Dir ganz herzlich für das Interview und
wünsche Dir, deiner Familie und deiner Firma alles Gute. Und bitte
vergiss nicht, bei Affalter24 reinzuschauen!
Das Interview führte
Frank Ulbricht
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INTERVIEW DES MONATS JUNI 2009: Ulrike Schmidt-Richter, dreifache
Olympiasiegerin

An dieser Stelle veröffentlichen wir jetzt jeden Monat ein aktuelles
Interview mit Affalterern, die viele Einwohner kennen.
Hier folgt das zweite Interview, diesmal mit Ulrike Schmidt, die
viele unter ihrem Mädchennamen Ulrike Richter kennen, die 3-fache
Olympiasiegerin im Rückenschwimmen vom Montreal 1976.
FU: Hallo Ulrike, vielen Dank, dass Du dich zu diesem Interview
bereit erklärt hast.
Die wichtigste Frage zuerst: Hast Du schon mal bei Affalter24
reingeschaut?
US: Ich gebe zu, nur selten. Ich werde mich in Zukunft aber
intensiver darum kümmern, ich bin eben wenig zu Hause und immer viel
unterwegs. Und im Streitwald gibt es kein DSL!
FU: Wie lange lebst Du schon in Affalter? Oder legst Du wert darauf
eine „Streitwälderin“ zu sein?
US: Nein, ich bin keine militante Streitwälderin. Affalter ist in
Ordnung.
Wir hatten seit 1986 einen Garten im Streitwald, seit 1994 wohnen
wir dort in unserem Haus am Waldrand.
Einige kurze Angaben zu deinem Lebenslauf?
US: Ich bin in Görlitz geboren, habe seit 1970 die Sportschule in
Dresden besucht und 1979 in Görlitz meinen Mann Volker geheiratet.
1980 habe ich unser erstes Kind, Tochter Nadine, bekommen. 1980 sind
wir dann auch von Dresden nach Zwönitz gezogen, da die Frau immer
dem Mann „artig folgt“.
Volker hat ja seit 1980 bei Wismut Aue gespielt. Im Jahre 1983 wurde
dann unser Martin geboren. 1989 zogen wir nach Aue auf den Eichert
und 1994 haben wir endlich unser Ziel erreicht, unser Haus in
Affalter. Bis 1990 habe ich in meinem erlernten Beruf als
Kosmetikerin gearbeitet.
Da hast Du jetzt aber die wirklichen Höhepunkte etwas kurz
dargestellt. Wie war das damals in Montreal?
US: Ich bin durch meinen Vati zum Sport gekommen, das Schwimmen habe
ich mit sechs Jahren in einer Sportgruppe bei der BSG Energie
Görlitz erlernt. Erste Sichtungswettkämpfe gab es 1969, worauf ich
die Sportschule ab 1970 in Dresden besuchen durfte. Schon mit 14
Jahren schwamm ich dann meinen ersten Weltrekord beim Europacup in
Utrecht. 1973 war ich bei den 1. Weltmeisterschaften in Belgrad mit
dabei.
Es ist natürlich eine harte Zeit gewesen mit täglich drei mal
Training und nicht mal zehn Tagen Urlaub im Jahr.
1976 wurde der Höhepunkt in meiner sportlichen Laufbahn mit drei
Olympiasiegen.
Ich muss es einfach fragen: Wie fühltest Du Dich damals, als Du als
14-Jährige Weltrekordlerin warst? Oder als 17-Jährige ganz oben auf
dem Olympia-Siegertreppchen, und das gleich drei mal?
US: Ich war total überwältigt und konnte damals gar nicht richtig
begreifen, was so ein Weltrekord für eine Leistung ist. Heute sehe
ich das mit anderen Augen und habe selbst mehr Respekt vor mir.
Bei den Olympiasiegen war das anders. Dort arbeitet man jahrelang
auf das Ziel hin und wenn man es erreicht hat, ist es der Himmel auf
Erden. Ich weiß noch genau, wie ich an meine Familie und Freunde
gedacht habe, die zu Hause vor dem Fernseher saßen. Da kann schon
mal eine Träne fließen ...
Wirst Du heute noch oft auf dieses Thema angesprochen?
US: Ja, ich bekomme relativ viel Autogrammpost, im
Jahresdurchschnitt zwei bis drei Anfragen pro Woche, und das aus der
ganzen Welt.
Darf ich hier erwähnen, dass Du gerade in den
Festvorbereitungen zu Deinem runden Geburtstag bist? Gibt es da noch
offizielle Ehrungen vom Deutschen Schwimmverband?
US: Das weiß ich natürlich noch nicht, das kann ich erst hinterher
sagen. Eigentlich gibt es einen guten Zusammenhalt in unserer
Truppe. Wir hatten zum 25. Olympiajubiläum eine große Veranstaltung.
Und jedes Trainingsgruppen-Treffen ist so, wie bei anderen ein
Klassentreffen. Und, mein Trainer und „Trainingskollegen“ kommen
auch mit zu meinem Geburtstag, wir sind eben immer noch eine
Familie.
Wie hast Du die Wende erlebt? Was hast Du vor 20 Jahren gemacht?
US: Wir, Volker und ich, sind ja schon vor der Wende in der BRD und
in vielen Ländern der Welt gewesen. Wir haben wirklich viel gesehen
und haben uns, weil wir sehr politikinteressiert sind, unsere eigene
Meinung gebildet. Ich glaube, viele Menschen haben die Entwicklung
nicht im Geringsten so erahnen können. Am Ende unserer vielen Reisen
ist uns aber immer die Heimat wichtig, jetzt sind wir in Affalter zu
Hause.
Was gefällt Dir an Affalter und welche Sachen eher nicht?
US: Ich liebe die ländliche Gegend und das ruhige Leben in der
Forststraße. Wir sind hier glücklich und zufrieden.
Manchmal denke ich, dass die Toleranz der Menschen etwas fehlt.
Jeder sollte doch zufrieden sein, einigermaßen ordentlich zu leben
und nicht immer nur die Früchte des Nachbarn sehen.
In Affalter wiegt das natürlich schwerer als einer anonymeren Stadt,
wie Leipzig oder Dresden.
Allerdings stören mich solche Dinge, wie der „Güllefluss“ von einem
Grundstück auf den Fußweg im mittleren Ortsteil.
Deine Hobbys? Wann warst Du das letzte Mal im Schwimmbecken?
US: Sport ist mein Leben. Dieses Jahr will ich wieder im Affalterer
Freibad trainieren.
Außerdem habe ich meine Stepgym-Gruppe und gehe Walken.
Was machst Du jetzt beruflich? Hat es etwas mit Wasser zu tun?
US: Nein. Ich arbeite in der Kinderbetreuung an der Mittelschule
Westerzgebirge in Bad Schlema. Das ist eine Ganztagsschule. Wir
haben Riesenmöglichkeiten für die Kinder, vom Rasenfußball über
Billard bis zum Tischtennis u.v.a.m.. Und ab und zu mache ich die
Vertretung für den Schwimmunterricht.
Da sind wir ja wieder beim Thema „Wasser“.
Jetzt noch fünf ganz spontane Fragen:
1- Deine Lieblings-Fußballmannschaft? Erzgebirge Aue, wegen
der Bindung zur Region
2-
Deine Lieblings-Gaststätte? Am liebsten esse ich zu
Hause, denn Volker ist ein ausgezeichneter Gourmet-Koch
3- Deine Lieblingsbeschäftigung? Freizeitsport,
Gartenarbeit und Familie
4- Deine Lieblingsstadt? Leipzig – da
wohnen unsere Kinder
5- Deine Lieblingsband? Keine – ich höre
querfeldein, je nach Stimmung
Du hast ja sicher schon viele Interviews gegeben. Was habe ich
vergessen zu fragen und was würdest du gern selbst noch erzählen?
US: Es ist alles gefragt und gesagt.
Was glaubst Du, wer als Nächster hier interviewt werden könnte? Wir
haben nämlich aus Gründen des Gleichbehandlungsgesetzes
entschieden, immer abwechselnd einen Mann und eine Frau hier im
Interview des Monats zu befragen. Und der jeweilige aktuell
Interviewte unterbreitet den nächsten Vorschlag!
US: Frank Scharschmidt, weil er ein Handwerk mit Tradition betreibt
und für Affalter und die Affalterer viel getan hat.
Hast Du eigentlich noch eine Autogrammkarte von Dir?
US: Ja, natürlich. Ihr bekommt eine!
Ich
bedanke mich ganz herzlich für das Gespräch und dass Du Dir die Zeit
genommen hast.

So stehts bei Wikipedia:
Ulrike Richter errang im
Rückenschwimmen ihre größten Erfolge. Als 14-Jährige schwamm sie
1973
Weltrekord über die
100 Meter Rücken. Bei den
Europameisterschaften 1974 gewann sie sowohl den Titel über
100 Meter und
200 Meter Rücken als auch mit der
4×100 Meter Lagenstaffel der DDR jeweils in neuer
Weltrekordzeit.
Bei
den
Weltmeisterschaften 1975 in
Cali konnte sie ebenfalls Gold über 100 Meter Rücken erringen.
Bei den
Olympischen Spielen 1976 in
Montreal wurde sie über 100 Meter und 200 Meter Rücken sowie mit
der 4×100 Meter Lagenstaffel Olympiasiegerin.
Im
Jahr 1983 wurde sie in die
Ruhmeshalle des internationalen Schwimmsports (Hall of Fame)
aufgenommen.
Im
Jahr 1977 trat sie vom Leistungssport zurück. Sie ist mit dem
ehemaligen
DDR-Oberliga-Fußballspieler
Volker Schmidt verheiratet.
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INTERVIEW DES MONATS MAI
2009: Henry Walter, ehemaliger Bürgermeister von Affalter

Beginnen wollen wir mit unserer
Interview-Reihe einem Affalterer, den wohl jeder kennt, der mit
beiden Beinen fest im Leben steht und mit einer Hand alles fest im
Griff hat, unseren langjährigen Bürgermeister und früheren
Ortstvorsteher Henry Walter.
FU:
Hallo Henry, das ist ein Life-Interview, also ohne vorher
festgelegte Fragen und Antworten!
Die Getränke sponsert bedingungsgemäß der Interviewte. Was läuft
heute?
HW: Einsiedler Landbier
Hast
Du schon mal bei Affalter24 reingeschaut?
HW: Ja
Wirklich? Wie oft?
HW: ca. sechs mal im Monat
Du
weißt, dass das zu wenig ist?
HW: Ja, ich geb´s zu!
Dein
Eindruck? bitte ganz ehrlich und spontan?
HW: Es ist ein Gefühl von Stolz, dass man so was (natürlich mit
viel Eigeninitiative auf die Beine gestellt hat. Vielen Dank an Euch
als Initiatoren. Dann spielt auch noch meine Wissbegierde eine
Rolle, alles über Affalter erfahren zu wollen. Vielen Haushalten
wird es ähnlich gehen. Es gibt ja schon fast in jedem Haus einen
Computer mit Internetzugang. Man kann sehen, was im Dorf passiert,
mit allen Sensationen bis hin zur Biomasse, Sport, Fußball und
Jugendclub.
Die
letztgenannten sind ja nicht oder fast nicht auf Affalter24
vertreten?
HW: Dann wird es Zeit, dass die aktiv werden, Ihr habt doch
angeboten, dass sich alle Vereine mit Neuigkeiten präsentieren
können. Der Jugendclub und der SV Affalter könnte tatsächlich Eurer
Angebot, sich auf der Webseite zu präsentieren, nutzen.
Du
bist ein geborener Affalterer?
HW: Ja, ich bin vor 62 Jahren auf dem Sofa der elterlichen
Wohnung zur Welt gekommen.
Einige kurze Angaben zu deinem Lebenslauf?
HW: Aufgewachsen bin ich auf dem Bauernhof der Großeltern.
Dadurch war ich von Kind an mit der Arbeit vertraut. Die Schule in
Affalter habe ich acht Klassen lang besucht.
Zwischenfrage: Gab es seinerzeit überhaupt so viele Klassenzimmer?
HW: Ja, wir hatten Unterricht in Schichten, bis nachmittags!
Dann ging ich zur EOS nach Aue, anschließend zum Studium nach
Karl-Marx-Stadt in der Fachrichtung Plast & Elastbearbeitung. Dann
war ich einige Jahre Entwicklungsingenieur im Messgerätewerk.
Stimmt es eigentlich, dass Dein Vater den Tauchsieder und den
elektrischen Kohleanzünder erfunden hat?
HW: Nein, das war der Geißer, Max, genannt der Schwan! Der hat
dann das Patent anmelden versäumt und hatte am Ende nichts davon.
Gut,
da bist Du in diesem Falle unschuldig! Das Thema werden wir sicher
auf Affalter24 angehen.
HW: Mein Vater hat dafür in Affalter die Schulfarbenproduktion
aufgezogen, die bekannten Heiwa-Farben!
Anderes Thema: Wie bist Du in die Politik gekommen?
HW: Das war in der Wendezeit, genau am 15.12.1989. Ich war damals
als Vermittler in Gesprächen zwischen dem Jugendclub und dem
damaligen Rat des Kreises tätig. Als man mich gefragt hat, ob ich
bereit bin bis zu den Kommunalwahlen als Bürgermeister
Verantwortung zu tragen , habe ich Ja gesagt. Das war vor 20 Jahren
und ich war 42 Jahre alt. Ich bekam bei der Kommunalwahl im Mai 1990
dann so viele Stimmen, dass ich keine Wahl mehr hatte, mich vor
dieser verantwortungsvollen Aufgabe zu drücken. Bis 31.12.1998 war
ich Bürgermeister meiner Heimatgemeinde, danach mit der
Eingemeindung nach Lößnitz Ortsvorsteher.
Was
gefällt Dir an Affalter und welche Sachen eher nicht?
HW: Spontan die gute Infrastruktur mit Fußsteig, Sportplatz,
vielen sanierten Gebäude, der Maxhütte nach dem Teilabriss, und
vieles mehr.
Dir
fällt gar nicht alles ein?
HW: Das Freibad ist ganz wichtig. Diese Jahr hat es ja auch 70.
Jubiläum.
Und natürlich die vielen sportlichen Aktivitäten bis hin zum
Schießstand.
Nicht zu vergessen, dass wir mit der „Linde“ auch einen
Anziehungspunkt für die Jugend haben.
Zudem ist die Einwohnerzahl erfreulicherweise nahezu konstant
geblieben.
Mir gefällt nicht, dass nach wie vor Jauche im Bach landet und dass
einige Einwohner eigene „Müllverbrennungsanlagen“ haben, die die
Luft verpesten.
Früher gab es auch mehr Ordnung in manchen Bereichen, da wurden
Samstags noch die Wege bzw. auch jetzt der Fußsteig gekehrt.
Was
würdest du in Affalter verändern, wenn Du das Geld und die
Möglichkeiten dazu hättest?
HW: Ganz wichtig ist für mich der Erhalt der Grundschule, sicher
sollte man das Biotop aufleben lassen. Natürlich könnte man die
Jugendherberge sanieren.
Und eine zentrale Kläranlage bauen! Damit im Dorfbach wieder
Forellen schwimmen.
Deine Hobbys, außer Rasenmähen?
HW: Ja, das stimmt, ich komme gerade vom Rasenmähen.
Ich bin gern in Geselligkeit, beispielsweise auf dem Schießplatz.
Außerdem habe ich eine Ehefrau, zwei Kinder, fünf Enkel, eine
Urenkelin und einen Hund.
Was
gibt es im Sommer im Heizwerk zu tun?
HW: Die Fernwärmeversorgung des Lößnitzer Neubaugebietes und die
Erzeugung von Strom mit einem Blockheizkraftwerk sind Sommer wie
Winter meine neue berufliche Herausforderung.
Wie
steht es heute um Dein gesellschaftliches Engagement?
HW: Da habe ich mich etwas zurückgezogen, ich verfolge aber die
Entwicklung sehr genau und manchmal werde ich auf dem Schießstand
des Schützenvereins Affalter gesehen, den ich seinerzeit im Jahr
1996 mit wiederbelebt habe.
Was
macht der Hund?
HW: Dem geht’s gut!
Jetzt noch fünf ganz spontane Fragen:
1- Dein Lieblingsessen? Bratkartoffeln mit Spiegelei
2- Dein Lieblings-Urlaubsziel? Ahrenshoop
3- Dein Lieblingsgetränk? Guter Whisky
4- Dein Lieblingsbuch Historische Romane
5- Dein Lieblingsfilm Tierfilme
Was würdest du gern selbst noch erzählen?
HW: Ich würde mich freuen, wenn die nachbarschaftlichen Beziehungen
im Dorf wieder mehr aufleben würden! Manchmal denke ich, dass die
dörflichen Gehölze immer mehr verdrängt werden durch Koniferen. Man
sollte sich wieder auf alte Werte besinnen ...
Was glaubst Du, wer als Nächste hier interviewt werden könnte?
Wir haben nämlich aus Gründen des Gleichbehandlungsgesetzes
entschieden, immer abwechselnd einen Mann und eine Frau hier im
Interview des Monats zu Wort kommen zu lassen. Und der jeweilige
aktuell Interviewte unterbreitet den nächsten Vorschlag!
HW: Da fällt mir ganz spontan Ulrike Schmidt ein, unsere goldene
Ulrike Richter mit ihren Olympiamedaillen von Montreal.
Gute Idee! Wir werden das mal angehen.
Lieber Henry, vielen Dank für das Bier und Deine Geduld. Du hast die
Fragen ganz routiniert beantwortet, so als ob Du das jeden Tag
machst.
HW:
Danke ebenfalls!
Das Interview führte Frank Ulbricht
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